Hörndlwald: Rot-Grün will Naturjuwel verbauen

Ausgerechnet die Wiener Grünen dürften den Naturschutz mit Füßen treten wollen. Eine Bürgerinitiative macht derzeit gegen die Verbauung des Hörndwalds, einem Naturjuwel im 13. Bezirk Hietzing, das früher ein Teil des Naturschutzgebiets Lainzer Tiergarten war, mobil. Über Facebook und einer Petition kritisiert die Bürgerinitiative "Rettet den Hörndlwald" den Beschluss der rot-grünen Wiener Stadtregierung, die am 19. Dezember 2014 beschlossen hat, dass auf einem Areal mitten im Hörndlwald nun ein Burnout-Behandlungszentrum gebaut werden soll. Beauftragt wurde vom Gemeinderat die Pro Mente GmbH. Finanziert wird das Projekt von der Stadt Wien, obwohl es 2009 noch hieß, dass es eine Renaturierung des Hörndlwalds geben soll.

Neuer Bau, obwohl genug Zentren vorhanden sind

Letzten Sonntag veranstaltete die Bürgerinitiative einen Fackelzug – es war nicht der erste und weitere sollen folgen. Unzensuriert.at war vor Ort dabei und dokumentierte die wesentlichsten Kritikpunkte, die von den Protestteilnehmern vorgebracht wurden. Hinterfragt wird der Bau insofern, zumal ohnehin ausreichend andere Kapazitäten für die Unterbringung von Burnout-Patienten gäbe oder demnächst frei werden. Sobald das Krankenhaus Nord fertig wird, würden wegen der Übersiedlung zahlreiche Plätze im Krankenhaus Hietzing frei. Selbiges treffe auch auf das Krankenhaus am Rosenhügel (vormals Lainz) zu. Dem nicht genug verfüge der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) auch noch über weitere freie Plätze in Niederösterreich, wie etwa in Ybbs, Klosterneuburg oder Stift Sankt Andrä an der Traisen. Weiters verfügen das Sanatorium Hera, das Goldene Kreuz sowie die SMZ-Süd und SMZ-Ost oder das Orthopädische Spital Speising der Vinzenz Gruppe über genug Einrichtungen zur Behandlung von Burnout.

Schlechte Verkehrsanbindung – auch LKW-Lärm droht

Das heißt, obwohl es ausreichend Kapazitäten samt vorhandener Logistik gäbe, will man ein neues Zentrum bauen. Die öffentliche Verkehrsanbindung zum geplanten Zentrum ist jedenfalls bescheiden. Weder Straßen- noch U-Bahn wird zum hoch gelegenen Areal hinführen, lediglich ein Bus. Ein Redner an der Demo warnte vor der drohenden Verkehrslawine: „Das kleine Heim wird Euch folgenden Verkehr bringen! Wenn man von 80 Patienten ausgeht, muss man mit 60 Leuten in der Pflege und Medizin rechnen, die dort arbeiten. Dazu kommen 20 Therapeuten. Wo werden die alle parken?“ Hinzu komme noch, dass man täglich mit einer permanenten Belieferung durch LKW ab 5 Uhr in der Früh rechnen müsse.

Kritik an Pro Mente und Obmann Georg Psota

Ins Visier genommen wurde auch die Pro Mente GmbH, die keine Firma im klassischen Sinne, sondern ein Verein sei, dessen Obmann Georg Psota der Chefarzt und Leiter des Psychosozialen Dienstes Wien ist. Psota soll im Zuge einer Bürgerversammlung gemeint haben, dass in der Nähe eines Spitals eine Therapie für Burnout-Patienten nicht vertretbar sei. Dabei soll Pro Mente in Oberösterreich in einem Krankenhaus über eine Rehaklinik für Burnout-Patienten verfügen.  

Kritisiert wurden nicht nur die politischen Entscheidungen von Rot und Grün im Rathaus, sondern auch die gebrochenen Zusagen der Bezirksfunktionäre beider Parteien samt der ÖVP. Am Fackelzug nahmen übrigens Funktionäre der FPÖ, wie die Landtagsabgeordneten Günter Kasal und Manfred Hofbauer teil. Tage zuvor stellte die FPÖ eine mündliche Anfrage zur Verbauung des Naturschutzgebietes an Bürgermeister Michael Häupl. Die Bürgerinitiative hat zwei Petitionen ins Leben gerufen und will solange kämpfen, bis das Projekt eines Burnout-Zentrums abgesagt wird.

 

 

 

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