Reinhold Gasper, ein grünes Urgestein, wirbt in Tageszeitungen für die Wiederwahl eines FPÖ-Bürgermeisters.

Foto: Bild: Die Grünen Kärnten/Flickr (CC BY 2.0)
Klagenfurt: Grünes Urgestein wirbt für FPÖ-Bürgermeister

Gott freut sich über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte – das steht schon im Lukas-Evangelium geschrieben. Gerade tut jemand in der Politik Buße und macht etwas, was bis dato als ausgeschlossen galt: Ein Urgestein der Grünen, Reinhold Gasper, der sogar Gründungsmitglied der Vereinten Grünen Österreichs (VGÖ) war, macht offen Werbung für den Klagenfurter FPÖ-Bürgermeister Christian Scheider. Dieser tritt am 1. März bei den Gemeinderatswahlen neuerlich als Bürgermeister-Kandidat an.

Gute Zusammenarbeit mit Scheider

"Ich habe in den vergangenen Jahren mit Bürgermeister Christian Scheider gut zusammengearbeitet. Er hat viele Ideen von mir aufgegriffen und umgesetzt, daher unterstütze ich die Wiederwahl von Christian Scheider." Dieser Text und ein Bild von Reinhold Gasper erschien am vorigen Freitag per Inserat in mehreren Tageszeitungen. Mit Scheider habe er über die Jahre ein gutes Arbeitsverhältnis gehabt. Er wähle nicht die Partei, sondern nur die Person, mit der auch die Aussicht bestehe, dass weiter gut zusammengearbeitet werde, argumentiert der Grün-Politiker seine Entscheidung.

Die Kärntner Grünen toben

Die Kärntner Grünen toben ob dieser Solidarität ihres grünen Urgesteins mit einem Blauen. Sofort wurde der Ausschluss aus der Partei verlangt, schon nächste Woche könnte es laut dem Geschäftsführer der Kärntner Grünen, Christoph Gräfling, soweit sein. Der Beschluss zum Parteiausschlussverfahren wurde am 26. Februar im Vorstand der Grünen gefasst. Mit der Wahlempfehlung für Scheider habe sich Gasper eindeutig von den grünen Grundwerten entfernt, so Gräfling und weiter:„Wir sind entsetzt darüber, dass Gasper so etwas macht. Es ist mit unseren Grundwerten nicht vertretbar. Dass man einen Kandidaten einer Partei unterstützt, die bundesweit einen HC Strache als Spitzenkandidaten hat. Wir sind verwundert über den Schritt."
 

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