Warum IS-Geiseln keine Furcht vor dem Tod zeigen

Die Internetmedienplattform 20min.ch berichtet über eine erschreckende, aber plausible Erklärung, warum die Geiseln, die der Islamische Staat (IS) vor laufender Kamera hingerichtet hat, erstaunlich gelassen wirken. Den Geiseln wird offenbar ein trügerisches Gefühl der Sicherheit vermittelt. Die Angst werde ihnen genommen, indem man ihnen versichere, dass man sie auf keinen Fall töten werde.

Ehemaliger IS-Dschihadist packt aus

Ein ehemaliger IS-Dschihadist, der sich Saleh nennt, gab dem amerikanischen Sender Sky News ein Interview. Er habe als Übersetzer gearbeitet, als er vom IS angeheuert wurde. Seine Aufgabe bestand darin, den Geiseln die Angst davor zu nehmen, dass ihnen etwas angetan werde.

Nur Proben für Propagandafilm

Auch bei den Filmaufnahmen war Saleh dabei. Er sagte den Geiseln, dass sie an Proben für einen Propagandafilm teilnähmen. „Kein Problem, es geht nur um ein Video, wir werden dich nicht töten. Wir fordern von deiner Regierung, mit den Angriffen gegen Syrien aufzuhören. Mit dir haben wir kein Problem, du bist unser Gast“, pflegte Saleh jeweils zu sagen. Doch er wusste, dass die Geiseln irgendwann tatsächlich ermordet werden.

Geiseln als "Freunde" des IS

Laut Saleh machten die Todgeweihten mehrere solcher Filmproben durch und gewöhnten sich so an die Situation. Aber auch im Alltag wurde den Geiseln ein falsches Gefühl von Sicherheit vermittelt. Man gab ihnen beispielsweise arabische Namen, damit sie dachten, sie seien unter Freunden. Der Japaner Kenji Goto, der medienwirksam enthauptet wurde, etwa soll den Namen Abu Saad erhalten haben. Mit einer Geisel, die wüßte, dass sie hingerichtet wird, sei das freilich anders. Diese seien für Videos nicht inszenierbar, da sie um ihr Leben flehen oder anders unberechenbar reagieren würden.

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