Im niederbayrischen Essenbach gehen ausländische Gefühle vor.

Foto: Bild: Perhelion / wikimedia (public domain)
Hortname “St. Josef” aus religiöser Rücksicht abgelehnt

Im idyllischen niederbayrischen Örtchen Markt Essenbach ist in den letzten Tagen ein massiver Streit entbrannt. Bei der Einweihung einer neuen Kinderbetreuungsstätte sollte im großen Rahmen über den künftigen Namen des Hortes entschieden werden. St. Josef befanden viele für einen traditionell bayrischen und guten Namensgeber für den Kinderplatz. Doch der Gemeinderat lehnte diese Bezeichnung mit einer gutmenschlichen Begründung ab: "Bezeichnung nicht mehr zeitgemäß" – „verletzt religiöse Gefühle anderer".

Josef in aller Munde

In der Ortschaft Mark Essenbach sind viele Vereine mit einer "Josefbezeichnung" vorhanden, Josefs und Josefinen gibt es wie Sand am Meer. Der Name ist also Gang und Gäbe und bisher störte sich auch niemand daran. Der Vorschlag für den “St. Josef Kinderhort“ stammte sogar vom Josefiverein selber, der aktiv am Gemeindeleben teilnimmt. Doch weder Hortleiterin noch Gemeinderat fand den Namen passend, worauf der Initiator des Vorschlags empört den Saal verließ.

"Man wollte halt keinen Namen, der vielleicht die religiösen Gefühle anderer verletzt", gab ein weiterer Josef, nämlich Josef Pfriemer, der Vereinsvorsitzende, gegenüber der Süddeutschen Zeitung an. "Nur dort, wo Traditionen nicht mehr gelebt werden, sind sie schnell vergessen", empört er sich weiter und beschwert sich über den begangenen Kulturbruch der Gemeinde.

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