Roter Parteisoldat im ORF: Ex-Minister Kreuzer gestorben | Unzensuriert.at

Roter Parteisoldat im ORF: Ex-Minister Kreuzer gestorben

Franz Kreuzer (links) lauscht einem Vortrag. Foto: Foto: Media Wien/Wikimedia(CC BY-SA 3.0)
Franz Kreuzer (links) lauscht einem Vortrag.
Foto: Foto: Media Wien/Wikimedia(CC BY-SA 3.0)

Der ehemalige Arbeiterzeitung-Chefredakteur, ORF-Fernsehintendant und rote Kurzzeitminister Franz Kreuzer ist tot. Kreuzer, 1929 in eine rote Eisenbahnerfamilie hineingeboren, war der Prototyp des roten Parteisoldaten im Staatsrundfunk ORF.

Der Journalist begann seine Karriere als 18-Jähriger im SPÖ-Zentralorgan Arbeiterzeitung (AZ). 1962 bis 1967 leitete Kreuzer die Chefredaktion der AZ und wurde von seinen Parteigenossen als Dankeschön anschließend in die Position des Chefredakteurs beim Aktuellen Dienst des ORF gehievt. Mit dem ORF-Politkommissar Kreuzer begann die strikte parteipolitische Besetzung von Chefpositionen im ORF. Zahlreiche AZ-Redakteure verdankten ihm später eine entsprechende Karriere im Staatsrundfunk.

Dort sorgte er in der SPÖ-Alleinregierung 1970 bis 1983 dafür, dass die Politik von Bundeskanzler Bruno Kreisky im Staatsrundfunk entsprechend bejubelt wurde. Im Gegenzug wurde Kreuzer 1974 bis 1978 Fernsehintendant von FS2 und 1984 ORF-Informationsintendant.

Als SPÖ-Kurzzeitminister bei Tschernobyl relativ hilflos

Im Jahr 1985 machte ihn die SPÖ unter Bundeskanzler Fred Sinowatz dann zum Gesundheits- und Umweltminister. Dieses Amt übte Kreuzer auch noch kurzzeitig unter Kanzler Franz Vranitzky aus, bevor er Anfang 1987 abgelöst wurde. Bei seiner einzigen politischen Bewährungsprobe - dem Atomunglück in Tschernobyl und den sich daraus ergebenden Auswirkungen auf Österreich - wirkte der ansonsten wortgewaltige Kommentator relativ hilflos. Nach dem Kurzzeitausflug in die Regierungspolitik durfte Kreuzer wieder in den ORF zurückkehren und dort den Club 2 leiten.

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