Diplomatischer Affront: Minister Kurz bleibt untätig

Nachdem Josef S. Anfang 2014 an den schweren Randalen rund um den Wiener Akademikerball beteiligt war und festgenommen wurde, hatten sowohl der Bürgermeister seines Heimatortes Jena in Deutschland, Albrecht Schröter (SPD), als auch der Freistaat Thüringen ihre Solidarität mit ihm bekundet. Schröter hatte dem rechtmäßig verurteilten Randalierer "brüderliche Kampfgrüße" nach Wien gesandt, der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hatte gar sein "Entgegentreten" gegen "nationalistische und faschistische Umtriebe" gelobt (gemeint war natürlich der vollkommen rechtmäßige Ball). S. erhielt sogar eine Ehrung, die mit tausend Euro dotiert war.

Kurz veranlasste kein diplomatisches Treffen

Dieser Affront gegenüber Österreich wurde von Seiten unserer Regierung jedoch weitestgehend erduldet. Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sah keinen Handlungsbedarf, nachdem die Aussagen bereits in Deutschland von der Österreichischen Botschaft "thematisiert" wurden. Er selbst sah sich nicht dazu veranlasst, den deutschen Botschafter zu sich zu rufen, um die Aussagen des Ministerpräsidenten oder des Bürgermeisters zurückzuweisen.

Auch das diplomatische Verhältnis zwischen Österreich und Deutschland sieht Kurz nach diesen Eskapaden auf keine Weise angegriffen, er beruft sich hierbei ausschließlich auf die Einschätzung seines eigenen Ministeriums.

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