Aus dem Gymnasium in der Wiener Wasagasse fanden die Maturaaufgaben den Weg in die Zeitung.

Foto: Bild: Peter Gugerell / Wikimedia (gemeinfrei)
Zentralmatura wird Fall für den Staatsanwalt

Als wäre nicht schon im Vorfeld genug passiert, verläuft bei der Zentralmatura auch die Woche der schriftlichen Prüfungen nicht ohne Probleme. Die Geheimhaltung der Prüfungsfragen gelang – trotz massiver Anstrengungen – nicht. Dafür verantwortlich sind Schulen, Medien und offenbar auch ein gewöhnlicher Einbrecher.

Der Einbruch im Akademischen Gymnasium Salzburg verursachte eine österreichweite Verschiebung der heutigen Latein-Matura, die erst um 10 Uhr beginnen konnte. Denn in Salzburg war auch ein Paket mit den Prüfungsangaben aufgebrochen worden. Alle 115 Schulen mussten Ersatzaufgaben stellen und diese von einem Server downloaden und ausdrucken.

Zeitung veröffentliche Aufgaben während laufender Prüfung

Nachwirkungen hat auch die Deutsch-Matura, die am Dienstag als erste zentral stattfand. Die Tageszeitung Die Presse veröffentlichte bereits am Dienstagvormittag auf ihrer Website die Prüfungsfragen, während die Matura lief. Die Fragen stammen, wie die Salzburger Nachrichten berichten, offenbar aus dem Gymnasium der Wasagasse im 9. Wiener Gemeindebezirk. Das Bildungsministerium hat bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen unbekannte Täter erstattet, die sich des Amtsmissbrauchs schuldig gemacht haben könnten.

Auch in Graz sorgte ein Medienbericht für Aufregung. Weil der Direktor eines Grazer Gymasiums im ORF-„Report“ einbekannte, dass er mangels eines Tresors die Prüfungsunterlagen in einem Heizungskeller aufbewahre, soll er die Geheimhaltung und damit Dienstpflichten verletzt haben. Er wurde deshalb von der vorgesetzten Behörde abgemahnt.

Unzensuriert-TV: Pannenserie bei der Zentralmatura

Die erste Ausgabe von Unzensuriert-TV widmet sich auch der Zentralmatura, deren Vorbereitung eine Serie von Pannen war, die sogar die Direktoren des Bildungsinstituts BIFIE den Job kostete, während die dafür politisch verantwortliche Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) bisher alle Rücktrittsforderungen zurückwies. Hier der Beitrag aus Unzensuriert-TV:

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