Die Fraktion “Stulife” sympathisiert mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayip Erdogan.

Foto: Bild: Kimse / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Sitzen Erdogan-Anhänger bald in der Studentenvertretung?

Kommende Woche gehen die Wahlen zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) über die Bühne. Um die Stimmen der Studenten – insbesondere um jene aus der türkischen Community – rittert diesmal auch die neue Liste „Stulife“ mit. Sie will geförderte Deutschkurse für nicht-deutschsprachige Studenten, den Ausbau der „multikulturellen Diversität“ sowie eine Krankenversicherung für alle. Als Spitzenkandidatinnen treten die 22-jährige Wiener Neustädterin Azize Selikoglu sowie die gleichaltrige Leobnerin Büsra Ali an.

Erdogan-Ableger in Österreich soll nun Uni-fähig werden

„Stulife“ kann eine gewisse Nähe zur türkischen Regierungspartei AKP nachgesagt werden. Denn Werbung auf Facebook und Twitter macht vor allem die Jugendorganisation des Österreich-Ablegers der „Union Europäisch Türkischer Demokraten“ (UETD). Jene Anlaufstelle für die türkische Community in Österreich, die offen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sympathisiert und ihn im vergangenen Jahr zu einer Großkundgebung nach Wien eingeladen hat.

RFS fordert Distanzierung

„Eine Studentenfraktion, die vorgibt, sich für die Belange der türkischen Hörerschaft einzusetzen, aber gleichzeitig mitten in Österreich zu einer Gruppierung gehört, die für den despotischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wirbt, ist ein Skandal und ein offenes Bekenntnis zur Demokratiefeindlichkeit“, kritisiert Felix Mayrbäurl, Spitzenkandidat des Ring Freiheitlicher Studenten (RFS).

„Erdogan will soziale Netzwerke, den Nachrichtendienst Twitter und die Medien kontrollieren und sperren lassen, setzt sich für die Scharia als geltendes Recht ein und mitten in Österreich gibt es eine Studentenfraktion, die genau diese Werte an die Universitäten bringen möchte. Hier muss schnellstens gehandelt werden“, so Mayrbäurl, der eine Distanzierung der übrigen Fraktionen von „Stulife“ fordert.

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