„Wiener Wohnen“ klagt Generalsanierung ein – Mieter müssen zahlen | Unzensuriert.at

„Wiener Wohnen“ klagt Generalsanierung ein – Mieter müssen zahlen

„Wiener Wohnen“, die Gemeindebau-Verwaltung im roten Wien, zog gegen die eigenen Mieter vor Gericht. Foto: FPÖ-TV
„Wiener Wohnen“, die Gemeindebau-Verwaltung im roten Wien, zog gegen die eigenen Mieter vor Gericht.
Foto: FPÖ-TV
24. Mai 2015 - 11:47

Seit 2008 wehren sich die knapp 200 Mieter des Gemeindebaus in
der Ottakringer Gablenzgasse 112-118 gegen die Sanierungspläne der
Gemeinde. Denn viele der am Existenzminimum lebenden Bewohner
können sich die damit verbundene Zinserhöhung nicht leisten. Nun
setzte die Gemeinde die Sanierung per Gerichtsbeschluss durch, wie
aktuell die FPÖ-Medien Neue Freie Zeitung (NFZ) und
FPÖ-TV berichten.

Als die Gemeinde im Jahr 2008 plötzlich eine Generalsanierung
des Franz-Novy-Hofs ankündigte, gingen die Mieter zur
Schlichtungsstelle und protestierten dort gegen die damit
verbundenen unverhältnismäßig hohen Mietzinssteigerungen.

Zunächst bekamen sie recht. „Wiener Wohnen“ wartete aber vier
Jahre – und klagte dann die Sanierung gerichtlich ein. Das
Bezirksgericht Hernals erklärte die Arbeiten samt Mieterhöhungen
für gerechtfertigt, die Mieter saßen in der Falle.

Nur drei Euro pro Tag zum Ausgeben

Der 62-Jährige Helmut H. verdient als Mitarbeiter einer
Sicherheitsfirma im Schnitt 1.000 Euro monatlich. Davon soll er nun
532,78 Euro an erhöhtem Zins bezahlen – bis wann, weiß er nicht.
Und wie er damit leben soll, auch nicht. „Mir bleiben nach Abzug
aller Fixkosten oft nur drei Euro pro Tag zum Leben“, schildert H.
seine Lage in der NFZ.

Ähnlich ergeht es seinem Nachbarn Johann L.: Er darf aufgrund
einer Diabeteserkrankung seinen Beruf als Koch nicht mehr ausüben
und erhält 840 Euro Notstandshilfe im Monat. Auch für ihn ist der
auf 460 Euro angestiegene Mietzins nicht verkraftbar: „Ich muss
mich wahnsinnig einschränken, trotzdem geht es sich hinten und vorn
nicht aus.“

Schnee am Dachboden

Das Schlimmste daran ist: Die verzweifelten Mieter bezahlen nun
schon seit neun Monaten für eine Sanierung, die erst irgendwann
stattfindet. „Wenn wir bei Wiener Wohnen anrufen, heißt es, zuerst
kommt der Bau in der Herbststraße dran und dann wir, etwa 2017.
Aber auch in der Herbststraße steht noch nicht einmal ein Gerüst“,
weiß Johann L. zu berichten.

Inzwischen sind die Schäden in den Häusern unübersehbar. „Direkt
über meiner Wohnung ist der Dachboden und da liegt im Winter
Schnee, weil das Dach so undicht ist. Wenn ich nicht schaufeln
gehe, tropft mir das Wasser in die Wohnung“, sagt Helmut H. im
Gespräch. In den Gängen liegen teils offen elektrische Leitungen,
überall sieht man Flecken von Wasserrohrbrüchen.

 „Keine Spur von sozialem Wohnbau in Wien!“

Wiens FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus "http://www.hcstrache.at/artikel/keine-spur-von-sozialem-wohnbau-in-wien-2/"
target="_blank">übt im NFZ-Interview heftige Kritik an
Wiener Wohnen und der SPÖ-geführten Gemeinde Wien: „Es ist
unglaublich, wie menschenverachtend und unsozial hier seitens der
Gemeinde als größtem Vermieter in Wien gegenüber kleinen Mietern
vorgegangen wird. Gerade diese Menschen zählen zu den Ärmeren. Und
da geht die Gemeinde auch noch mit Gerichtsbeschlüssen vor. Ein
Sittenbild im Roten Wien. Sozialpolitik ist das keine mehr!“

Gudenus verspricht den Mietern Unterstützung im Rechtsstreit mit
„Wiener Wohnen“ und kündigt für den Fall eines freiheitlichen
Wahlsiegs bei den Landtagswahlen im Oktober eine Wohnbauoffensive
an: „ Ein freiheitlicher Wohnbaustadtrat würde alles daran setzen,
jene 5.000 Gemeindewohnungen zu bauen, die Wien braucht – pro Jahr!
Und nicht lumpige 120 Wohnungen, die Bürgermeister Häupl im
Wahlkampftaumel versprochen hat.“

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