Der Rücktritt von Sepp Blatter als FIFA-Präsident macht, glaub man der Satire-Sendung “Pelzig hält sich”, den Sport nicht sauberer.

Foto: Bild: Marcello Casal JR/ABr/ Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
ZDF-Satire-Sendung deckt korrupte Sportwelt auf

Nach dem Rücktritt von FIFA-Präsident Sepp Blatter geht die Lynch-Justiz der Medien gegen den Schweizer Sportfunktionär munter weiter. In der ARD-Sendung "Hart aber fair", die aufgrund des Moderators Frank Plasberg zwar hart, aber schon lange nicht mehr fair ist, zeigte sich der Chefredakteur der Weltwoche, Roger Köppel, entsetzt darüber, wie auch so genannte seriöse Journalisten die Unschuldsvermutung verletzen und unbescholtene Menschen vorverurteilen würden. Köppel erinnerte an den Fall des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff, wo am Ende kein strafrechtlicher Tatbestand übrig geblieben sei. Bei Blatter, so Köppel in der Sendung, gäbe es keine einzige Anzeige wegen Korruption, nur Vermutungen.

Kabarettist nennt "korrupte" Sportfunktionäre

In der ZDF-Satiresendung "Pelzig hält sich" informierte Kabarettist Frank-Markus Barwasser in seiner Rolle als Erwin Pelzig darüber, dass sich in der Schweiz bereits mehr als 60 Sportverbände angesiedelt hätten – offenbar aufgrund rechtsfreier Räume, Korruption und Steuerbefreiung, vermutete Pelzig. Er erinnerte daran, dass der internationale Eishockeyverband, der in Zürich edel angesiedelt ist, kein Problem damit hatte, die Eishockey-WM 2014 dem weißrussischen Diktator Aljaksandr Lukaschenka "zum Fraß vorzuwerfen". Auch der internationale Radverband habe sein Domizil in der Schweiz aufgeschlagen und eine Spende von Radstar Lance Armstrong in Höhe von 125.000 Euro kassiert. Ein Schelm, wer denkt, dass diese Spende etwas mit der Vertuschung der Dopingvorwürfe zu tun habe, so Pelzig. Gegen den Präsidenten des internationalen Handballverbandes, Hassan Moustafa, der als Sitz des Verbandes Basel wählte, liefen Ermittlungen wegen Untreue und Spielmanipulationen, außerdem habe dieser seine Bezüge um 15 Prozent erhöht.

Nehmerqaulitäten im Spitzensport

Pelzig einmal in Fahrt, nahm dieser auch gleich das Internationale Olympische Komitee (IOC) – mit prachtvollem Sitz in Lausanne – ins Gebet. Das Mitglied des Exekutivkomitees, Franco C., ein italienischer Fußballfunktionär, soll Ärger mit gefälschten Unterschriften gehabt und dafür ein Berufsverbot ausgefasst haben. Dieses Berufsverbot soll später in eine Geldstrafe von 80.000 Euro umgewandelt worden sein. Ein weiteres Exekutivomitee-Mitglied, Kun-Hee Lee aus Korea, wäre mehrfach wegen Korruption verurteilt worden. Er soll eine Strafe in Höhe von 62 Millionen Euro bezahlt haben und zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden sein. Lee, so Pelzig, wäre auf Bewährung begnadigt worden, weil man ihn politisch gebraucht hätte, um die Olympischen Winterspiele nach Korea zu holen.

Stimmen all diese Vorwürfe, ist mit dem Abgang von Sepp Blatter, gegen den es keine Anklage gibt, der saubere Sport ein Wunschgedanke. Wir begreifen nur, was es heißt, wenn im Sport über Nehmerqualitäten gesprochen wird und davon, dass man auch Einstecken können muss.

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