Wolfgang Schüssel lädt einen Scheich aus dem Terroremirat Katar nach Wien ein.

Foto: Bild: blu-news.org/flickr (CC BY-SA 2.0)
Scheich aus Terrorstaat Katar referiert zu Ehren von Wolfgang Schüssel

Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) feiert dieser Tage seinen 70. Geburtstag. Die auch medial stark beworbenen Feiern zu seinen Ehren bekommen dabei interessanten Besuch aus dem Wüstenemirat Katar. Der ehemalige Außen- und Premierminister Scheich Hamad bin Jassim bin Jabr Al-Thani besucht Schüssel und wird einen Vortrag über die aktuelle Lage in der Golfregion halten.

Terrorfinancier als Freund Schüssels

Ironischerweise wird der nicht unumstrittene Scheich auch über aktuelle Friedensbemühungen in der Region sprechen. Dabei spielt Katar seit langer Zeit eine massive Schlüsselrolle bei der Finanzierung des globalen Terrorismus, sei es über die IS oder Al-Kaida. Hochrangige Terroristen residieren immer wieder in dem Wüstenemirat, wo das islamische Recht der Scharia gilt und Andersgläubige sowie Frauen praktisch vogelfrei leben müssen. Das Land ist tiefreligiös und wahabitisch geführt, ähnlich wie Saudi-Arabien.

Aber auch bei der voranschreitenden Islamisierung der westlichen Welt hat Katar seine Finger im Spiel. Die Koranverteilaktion „Lies“ wird von dem Golfstaat aus gesteuert und finanziert. Scheich Al-Thani hat diese Entwicklungen unter seiner Amtszeiten massiv forciert. Zudem kaufte sich der Scheich zuletzt mit seinem 200 Milliarden Dollar schweren Fond massiv in die Deutsche Bank ein.

4.000 tote Arbeiter für WM

Aber auch in anderen Bereichen macht der Staat Katar negative Schlagzeilen, weshalb der Besuch Al-Thanis in Wien eine schiefe Optik macht. Seit dem Beginn der Vorbereitungen zur Fußballweltmeisterschaft 2022 sollen laut Berichten der Washington Post bereits 4.000 Gastarbeiter ums Leben gekommen sein. Dies ist angesichts der sklavenähnlichen Haltung und der Rechtlosigkeit der Arbeiter nicht verwunderlich. Auch regimekritische Personen müssen in dem Emirat um ihre Freiheit und ihr Leben fürchten. Ein Dichter sitzt momentan für 15 Jahre im Gefängnis, weil er es wagte, das Scheichtum zu kritisieren. Politische Parteien sind ohnehin verboten. Trotz dieser fatalen und aus demokratiepolitischer Sicht äußerst bedenklichen Zustände halten viele westliche Staaten immer noch eisern an einer Partnerschaft mit dem Emirat fest.

Österreichs Sportminister Gerald Klug (SPÖ) hält übrigens nichts von einem Boykott der WM in Katar. Laut Klug treffe man mit einem Spiele-Boykott "die Falschen", in diesem Fall die Athleten. Es sollten „Wettkämpfe und die Leistungen der Athleten im Vordergrund stehen, nicht Gelder für Stadien oder die Ausbeutung von Arbeitskräften“, so Klug.

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