Der Stromverbrauch und die horrrenden Nachzahlungen werden für immer mehr Kunden undurchschaubar.

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Schock für Stromkunden: Nachzahlung von mehr als 2.000 Euro

Wer kennt sich bei Stromrechnungen noch aus? Wie kann ein Durchschnittsbürger nachvollziehen, ob er tatsächlich so viel Strom verbraucht hat wie ihm verrechnet wird? Das Vertrauen zu den Energieanbietern ist im Keller – die Kunden nehmen die Rechnungen fast schon ohnmächtig entgegen und hoffen, dass die Nachzahlungen nicht zu hoch sind. Ein Kunde aus der Gumpendorfer Straße im sechsten Wiener Gemeindebezirk erlebte im Dezember 2014 fast einen Schock, als ihm von Wien Energie eine Nachzahlung von sage und schreibe 2.078,36 Euro vorgeschrieben wurde. Das Unglaubliche dabei: Der Stromverbrauch des Single-Haushalts – ohne Waschmaschine und Geschirrspüler – soll sich im Zeitraum von einem Jahr verfünffacht haben.

Vorschreibung explodierte von 160 auf 564 Euro

Weil das nicht sein kann, beschwerte sich der Mann. Aber wo kann ein Wien-Energie-Kunde seinen Einspruch erheben? Beim Kundenservice wurde ihm nur mitgeteilt, dass die Rechnung sicherlich stimme, eine Überprüfung vor Ort wurde kategorisch abgelehnt. Die E-Control erwies sich für solche Fälle nicht zuständig – schließlich wurde ihm der Rat erteilt, mit dem Netzbetreiber, den Wiener Netzen, die Sache zu klären. Inzwischen ist ein halbes Jahr vergangen. Bis dato hat noch keiner Nachschau gehalten und den Zählerstand überprüft. Der Kunde überwies die Nachzahlung nicht und weigert sich nach wie vor, die neue Vorschreibung von 564 Euro für zwei Monate (zuvor waren es 160 Euro) zu bezahlen. "Ich zeige mich aber kooperativ und überweise freiwillig zehn Prozent mehr als die alte Vorschreibung ausgemacht hat. So lange, bis das mit der Horror-Nachzahlung geklärt ist", sagt er gegenüber Unzensuriert.at.

Stromanbieter gewechselt

Der Kunde glaubt, dass der Grund für diese enorme Nachzahlung auf einem Missverständnis beruht. Beim Telefonat mit dem Kundendienst von Wien Energie kam er dahinter, dass er als so genannter Selbstableser registriert worden war. "Als ich sagte, dass ich mich noch nie als Selbstableser registriert habe, wurde mir mitgeteilt, dass jeder, der auf ein diesbezügliches Schreiben von Wien Energie nicht antwortet, automatisch Selbstableser ist", so der genervte Konsument, der angab, nicht einmal zu wissen, wo sich der Stromzähler befände. Ob es nun eine Kulanzlösung mit Wien Energie geben wird, steht genauso in den Sternen wie die Möglichkeit, dass der Energielieferant ein Inkassobüro mit der Eintreibung der Nachzahlung beauftragt. Der Kunde hat vom bisherigen Stromlieferanten jedenfalls die Nase voll und wechselte als Folge seiner Erlebnisse schon mal den Anbieter.

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