SPÖ-Bonze und Spitzenverdienter Josef Muchitsch wohnt billig: 285,99 Euro inklusive Betriebskosten.

Foto: Bild: SPÖ Presse und Kommunikation/Flickr (CC BY-SA 2.0)
SPÖ-Bonze Muchitsch wohnt in Billigwohnung in Wien

Er ist Gewerkschafter und Nationalratsabgeordneter und zählt als einer der mächtigsten SPÖ-Bonzen zu den Schwerverdienern in der Sozialdemokratie: Josef Muchitsch verdient nach eigenen Angaben 8806 Euro netto und wohnt nun in einer der billigsten Wohungen in Wien, wofür er 285,99 Euro inklusive Betriebskosten(!) bezahlt. Es handelt sich um eine Sozialbauwohnung im achten Bezirk, der zu den teuersten Wohnbezirken der Stadt zählt. Muchitsch hat sich dieses Juwel wohl unter Freunden gesichert, denn er ist weder in Wien hauptgemeldet, noch stand er jahrelang – wie andere Wohnungssuchende – auf irgendeiner Warteliste. Das berichtet Die Presse unter dem Titel "Nationalratsabgeordneter wohnt im Sozialbau".

"Finde das nicht verwerflich"

Der Presse erzählt Muchitsch auch, wem er sein Billig-Domizil, das noch dazu nur fünf Gehminuten vom Parlament entfernt liegt, zu verdanken hat. Und zwar seiner parlamentarischen Mitarbeiterin, Helene Kommenda. Sie wohnt mit ihrem Mann, Heinz Kommenda, langjähriger SPÖ-Bundesbildungssekretär, hier und gab den Tipp, als eine alte Frau auszog. Muchitsch meldete sich bei der Sozialbau und bekam eine rasche Zusage. Verwerflich fände er dies nicht, sagte Muchitsch der Zeitung. Bei den Sozialisten sei das quasi so üblich, dass man sich untereinander helfe.

Muchitsch ist Vorsitzender der Bau-Holz-Gewerkschaft, die wiederum Mehrheitseigentümer des gemeinnützigen Bauträgers Gewog ist. Geschäftsführer Karl Wurm fiel zuletzt auf, weil er sich selbst günstige Eigentumswohnungen in Häusern verschafft haben soll, die die Gewog gebaut hat. Unzensuriert.at berichtete. Das Haus in der Piaristengasse, wo SPÖ-Bonze Muchitsch seine Billigwohnung hat, gehört der Sozialbau – an der wiederum die SPÖ Anteile hält: über einen Verein, der der Partei gehört. Sozialbau-Chef Herbert Ludl war zuletzt in den Medien, weil er deutlich höhere Gagen bezogen haben soll als gesetzlich erlaubt. Er bestreitet die Vorwürfe.

Pilz im Gemeindebau

Rechtlich mag vieles in Ordnung sein, was sich in den Reihen der SPÖ-Spitzenverdiener so alles abspielt, wenn sie sich gegenseitig helfen. Die vielzitierte Moral dürften diese Herren aber in der Garderobe des Parlaments abgegeben haben – genauso wie der Grüne Peter Pilz, der nach wie vor eine Gemeindewohnung im Kaisermühlner Goethehof hat und für diese – bis zur Sanierung des Baus – jahrzehntelang nur 66 Euro Monatsmiete bezahlt hat. Die Menschen jedenfalls sind enttäuscht und empört darüber, dass Pilz seine Wohnung nicht zugunsten eines der unzähligen Wohnungssuchenden mit weit geringerem Einkommen räumen will. Und darüber, wie es sich die SPÖ-Bonzen auf Kosten der Steuerzahler richten.

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