Amokfahrt in Graz: Drei Tote und 34 Verletzte

Graz trauert nach der fürchterlichen Amokfahrt eines bosnisch-stämmigen Österreichers. Foto:  Jan Beckendorf / flickr.com (CC BY-SA 2.0)
Graz trauert nach der fürchterlichen Amokfahrt eines bosnisch-stämmigen Österreichers.
Foto: Jan Beckendorf / flickr.com (CC BY-SA 2.0)
20. Juni 2015 - 16:57

Entsetzliche Szenen ereigneten sich heute Nachmittag in der steirischen Landeshauptstadt Graz. Bei einer Amokfahrt eines Mannes mit bosnischen Wurzeln wurden drei Menschen getötet und 34 weitere teils schwer verletzt. Einige von ihnen ringen noch immer mit dem Tod. Der 26-Jährige raste mit rund 100 km/h durch die Herrengasse, wo sich mehrere Lokale befinden. "Die Leichen liegen verdeckt auf der Straße", schilderte ein geschockter Augenzeuge gegenüber der Kronen Zeitung. Laut ersten Informationen sollen sich unter den Toten ein vierjähriger Bub, ein Mann und eine Frau befinden.

Hintergrund der Tat weiter unklar

Die Hintergründe der Bluttat sind nach wie vor unklar. Der Täter dürfte jedoch an psychischen Problemen leiden. Auch wenn Fanatismus und Terrorismus vom steirischen Landespolizeidirektor Josef Klamminger vorerst nicht zu den Hintergründen der Tat gezählt werden, kann ein religiöses oder politisches Motiv noch nicht ausgeschlossen werden. Die Tat ähnelt Anschlägen in Frankreich, nach denen ebenfalls schnell persönliche Probleme des Täters als Motiv präsentiert wurden.

Der Polizei gelang es laut eigenen Angaben, den Amokfahrer vor der Polizeiinspektion Schmiedgasse zu stellen. Die Amokfahrt soll bereits auf dem Grazer Griesplatz begonnen haben. Vor der Festnahme soll der aus Bosnien stammende Täter auch noch mit einem Messer auf Beamte und Passanten losgegangen sein, ehe er überwältigt werden konnte.

Tiefe Betroffenheit

Tief betroffen zeigten sich Politiker aus allen Parteien, darunter auch die steirische FPÖ-Spitze unter der Führung von Landesparteiobmann Gerhard Kurzmann, Klubobmann Mario Kunasek und dem Grazer Stadtrat Mario Eustacchio. „Unser tiefes Mitgefühl liegt in diesen Stunden bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzten“, so die FPÖ-Führung, die den Einsatzkräften für ihre Anstrengungen dankte.

Grazer Multikultiball abgesagt

Nach Bekanntwerden der schrecklichen Tat wurden zahlreiche Veranstaltungen, die für heute Abend anberaumt waren, abgesagt. Auch der für heute geplante Multikultiball befindet sich darunter. Der Ball setzt jährlich ein Zeichen für die multikulturelle Vielfalt und ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen. Die Botschaft des Balles, nämlich das friedliche Zusammenleben in Vielfalt, wurde jedoch heute von einem seiner „Schützlinge“ binnen weniger Minuten zunichte gemacht.

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