Tschetschenische Islamisten bilden Allianz mit dem IS

Die tschetschenische Terrorgruppe „Emirat Kaukasus“ hat in einer offiziellen Videobotschaft ihre Solidarität zum Islamischen Staat (IS) kundgetan. Dies bedeutet laut Terrorismus-Experten eine neue Stufe der Radikalisierung der ohnehin brutalen tschetschenischen Community, auch in Europa.

Russland als Feindbild

Die Islamisten des „Emirats Kaukasus“ haben in den vergangenen Jahren immer wieder verheerende Anschläge mit dutzenden Toten verübt, an die 900 sollen es bereits gewesen sein. Ihr erklärter Todfeind ist Russland. Seit dem ersten Tschetschenienkrieg in den 1990er Jahren kämpfen sie für ein islamisches Emirat im Kaukasusgebiet, inklusive Scharia als Rechtsprechung. Zahlreiche radikalisierte Tschetschenen flüchteten über die Jahre auch nach Österreich, es bildete sich hierzulande eine riesige Gemeinschaft. Somit wurde Österreich auch zu einer Drehscheibe in der Terrorismusfinanzierung. Der langjährige Anführer der Islamisten, Doku Umarov, wurde vergangenes Jahr von russischen Spezialeinheiten getötet.

Terror in Europa?

Experten warnen nun vor einer völlig neuen Dimension des Terrors, direkt vor den Toren Europas. Insbesondere die aus dem Dschihad in Syrien nach Europa zurückgekehrten Tschetschenen könnten sich durch die Allianz des „Emirat Kaukasus“ mit dem IS weiter radikalisieren. Allein in Deutschland sollen sich rund 200 Kaukasus-Terroristen aufhalten. Für Österreich gibt es dahingehend keine Zahlen. Experten des deutschen Verfassungsschutzes meinen hingegen, die Tschetschenen würden keine Gefahr für Europa bilden, da sie primär gegen Russland kämpfen und im Zweifelsfall vom Kaukasus in den Nahen Osten ziehen und nicht nach Europa. 

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