“Zukünftige Ärzteschaft” startet peinlichen Shitstorm mit Tippfehlern

In Wien tobt seit Monaten ein erbitterter Streit zwischen der Stadt Wien als Arbeitgeber und den beim Krankenanstaltenverbund (KAV) in den Gemeindespitälern angestellten Ärzten. Es geht um neue Arbeitszeitrichtlinien für Spitalsärzte und hier vor allem um die Bezahlung der Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste. Seit Beginn dieses Konflikts haben sich die Wiener Freiheitlichen dutzende Male mit den Ärzten solidarisch erklärt, so auch jetzt, nachdem sich eine überwältigende Mehrheit der Ärzte in den Wiener Gemeindespitälern notfalls auch zu einem Streik bereit erklärt hatte.

HC Strache zeigt auf Facebook Solidarität mit Ärzten

Nicht zum ersten Mal sicherte FPÖ-Obmann HC Strache den Ärzten auch via Facebook Unterstützung zu und schrieb auf seiner Seite:

Absolut richtig! 

93,45% der KAV-Ärzte haben sich heute – zu Recht – für Kampfmaßnahmen und eine Streikbereitschaft ausgesprochen, sollte es keine Verbesserung bzw. zu keiner zufriedenstellen Lösung mit der Gemeinde Wien hinsichtlich der Gehälter und der Rahmenbedingungen kommen.

Es ist ein Skandal, welche Rahmenbedingungen die KAV-Ärzte und das KAV-Personal heute vorfinden. Kein Wunder, dass wir auf einen Ärztenotstand hinsteuern. Zum Nachteil der Wiener Patienten. Immer mehr Jungärzte gehen in das Ausland, wo sie wesentlich bessere Rahmenbedingungen vorfinden.

Copy-Paste-Orgie mit Gender-Aspekt

Die Wiener Ärztekammer ist dankbar für die Unterstützung, ihr Präsident Thomas Szekeres hielt jüngst einen Vortrag bei einer von der Wiener FPÖ organisierten Info-Veranstaltung für Ärzte. Anders sieht das „die zukünftige Ärzteschaft“, angeblich eine Gruppe von Medizinstudenten. Hunderte Male tauchte unter dem Eintrag von HC Strache folgender Kommentar auf:

Wagen sie es ja nicht hier ungebeten für Meinesgleichen zu sprechen! Sie und Ihre von Gewalt und Aggressivität geladenen Kommentare helfen dem österreichischen Gesundheissystem sicherlich in keinster Weise weiter. Vielmehr sind Ihre menschenverachtende Politik und täglichen Hasstiraden der Grund, warum ein Abwandern in Länder in denen sich Menschen freundlicher begegnen sehr reizvoll erscheint. Ich weiß Sie befinden sich im Wahlkampf, jedoch sollten Sie sich für Ihre Kampagnen nicht undebingt Angehörige von SOZIALberufen suchen. Mit freundlichen Grüßen die zukünftige Ärzteschaft!

Dass hier tatsächlich überwiegend Studenten am Werk waren, darf bezweifelt werden. Die beiden Tippfehler (Gesundheissystem und undebingt) korrigierte bei der Copy-Paste-Orgie niemand, dafür fühlten sich manche mit dem Schlusswort „Ärzteschaft“ nicht wohl und änderten es gendergerecht in „ÄrztInnenschaft“ oder „Ärzt_innenschaft“.

Müssen sich Freiheitliche künftig am Operationstisch fürchten?

Insofern müssen sich Freiheitliche künftig wohl doch keine zusätzlichen Sorgen machen, sollten sie gezwungen sein, sich einer Krankenhausbehandlung zu unterziehen. Die wenigsten von denen, die hier unter dem Segel der „zukünftigen Ärzteschaft“ gegen HC Strache marschierten, werden wohl jemals an einem Operationstisch stehen.

Der FPÖ-Obmann ließ den sichtlich begeisterten Aktivisten rund 24 Stunden lang die Freude, sich auf seiner Facebook-Seite auszutoben, ehe er das Posting und damit alle Kommentare löschte.

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