HC Strache als “Hurensohn” beschimpft: Rapper Nazar will Strafe nicht zahlen – Unzensuriert

Die Beschimpfung von HC Strache als “Hurensohn” falle nicht unter die künstlerische Freiheit von Rapper Nazar, befand die Richterin.

Foto: Bild: Manfred Werner (Tsui) / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
HC Strache als “Hurensohn” beschimpft: Rapper Nazar will Strafe nicht zahlen

Weil er den freiheitlichen Parteiobmann HC Strache bei einem Konzert in der Wiener Arena als „Hurensohn“ beschimpfte, wurde Ardalan Afshar – besser unter seinem Rapper-Namen Nazar bekannt – zu einer Geldstrafe von 2.450 Euro verurteilt. Das wäre ungefähr die Summe, die Nazar nach eigenen Angaben vor Gericht im Monat netto verdient. Zahlt der Rapper nicht, müsste er 35 Tage ins Gefängnis. Offenbar will er beides nicht, denn nun versucht sich Herr Afshar durch eine Berufung straffrei aus der Affäre zu ziehen.

Durch den Einspruch von Nazar gegen das Urteil am Bezirksgericht Innere Stadt wurde Richterin Andrea Hofko gezwungen, eine ausführliche schriftliche Begründung ihrer Entscheidung darzulegen. Die Beschimpfung gegen HC Strache falle, so die Ausführung der Richterin, nicht unter dessen künstlerische Freiheit, vielmehr sei sie inhaltsleer und isoliert von seinem Wirken als Künstler zu beurteilen.

Kein Schutz durch Freiheit der Kunst

Wörtlich heißt es auf Seite 7 der schriftlichen Urteilsbegründung der Richterin:

Auch ein Rapper steht nicht bei jeder Aussage, die er tätigt, unter dem Schutz der Freiheit der Kunst oder der freien Meinungsäußerung. Zudem lässt sich – wie bereits erwähnt – nicht einmal ansatzweise erkennen, worin im konkreten Fall die „politische Kritik mit den Mitteln der Kunst“ bestanden haben sollte.

Ob Ardalan Afshar mit seiner Berufung Erfolg haben wird? Liest man die Urteilsbegründung, kommen berechtigte Zweifel – schließlich gibt es ein Video von seinem unrühmlichen Auftritt in der Arena, wo er auch Ausdrücke wie „Ficken“ oder den Satz „Schleich dich mit den scheiß Tschuschn“ verwendete, um wohl dem bösen Image von Rappern zu entsprechen. Diesem eigenwilligen, selbstgegebenen Image blieb der bekennende Sozi-Fan auch beim SPÖ-Donauinselfest treu, als er die Österreicher als „Fotzen“ bezeichnete.

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