„Bitte Warten“: Bei Krawall in der U-Bahn lässt die Polizei auf sich warten.

Bild: 306marek / wikimedia (gemeinfrei)
Notfall in der U-Bahn: Bei der Polizei heißt es „Bitte warten!“

Es ist ein lauer Sommerabend in der Wiener Innenstadt, als sich eine junge Studentin auf den Heimweg macht. Das Helene-Fischer-Konzert hat noch nicht einmal angefangen und die Polizei ist aufgrund der Großveranstaltung vermehrt im Einsatz. Doch während der Fahrt in Richtung Praterstern beschwert sich ein betrunkener Fahrgast welcher Augenzeugen zufolge ein "Stammgast" auf dieser Strecke sein soll plötzlich unüberhörbar über das Verhalten einer Gruppe Ausländer. Diese reagieren erbost und rasten aus – ein Tumult entsteht und die junge Frau wird dabei unschuldig in Mitleidenschaft gezogen.

Fast eine Minute in der Warteschleife

Es ist gegen 18 Uhr, als sich Anna R. auf den Heimweg von der Uni macht und in einen Waggon der U2 in Richtung Praterstern steigt. Nach kurzer Zeit schon lallt ein offensichtlich angeheiterter Herr bei der Station Taborstraße etwas über zwei ebenfalls anwesende Ausländer und lässt mehrere Äußerungen in Richtung der Migranten fallen.

Diese reagieren ganz und gar nicht gelassen und attackieren den Fahrgast. Es entsteht ein Handgemenge, bei dem die junge Frau, die neben dem Betrunkenen sitzt, gegen die Scheibe der Garnitur gepresst wird, für sie eine schmervolle Angelegenheit. Von den unzählig anwesenden Fahrgästen ruft jedoch niemand die Polizei oder betätigt den Notstopp. Die Studentin greift bei der ersten Gelegenheit, nachdem sie sich aus ihrer misslichen Lage befreien konnte, zum Telefon und wählt den Notruf 133, um die Exekutive über den Radau zu verständigen.

Doch nun passiert das erst wirklich Erstaunliche: Sie ist ganze 45 Sekunden lang in der Warteschleife, um einen Notfall zu melden! Als sich schließlich jemand am anderen Ende der Leitung meldet, sind die beiden Ausländer gerade im Begriff, den Waggon zu verlassen – mit ihnen auch Anna R., welche ebenfalls zum Praterstern muss. Als der Wagen hält, wartet bereits eine Sicherheitsbeauftragte, diese schreitet aber mit den nüchternen Worten "Naja, wenn sie nicht stehen bleiben, kann ich auch nichts machen" nicht ein.

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