Die Uiguren sind in ihrer hauptstadt Ürümtschi mittlerweile zur Minderheit geworden.

Foto: Bild: Bryan Mason / flickr (CC BY 2.0)
Graue Wölfe blamieren sich weltweit bei ihrer Demo für Uiguren

Als Marco Polo von Venedig nach China reiste, kam er mit der türkischen Sprache gut durch, leben doch in Zentralasien viele Turkvölker. Die „Grauen Wölfe“ in Erdogans Anatolien träumen von einem „Pantürkischen Reich“. Die Lage der Uiguren im atheistischen China treibt sie zur Weißglut, was nun zu einem peinlichen Zwischenfall führte.

Turkmenen, Usbeken, Kasachen, Kirgisen haben alle einen eigenen Staat, der früher Sowjetrepublik war. Im Gegensatz zu den wild vermischten Türkei-Türken sehen sie noch wie Asiaten aus. Die Sprachen sind einander sehr ähnlich. In türkei-türkischen Ohren klingt weiter östlich vieles seltsam, etwa das usbekische „Morgen fahre ich weg“ als „Morgen fuhr ich weg“ (Vergangenheit). Ein Sonderfall sind die ex-sowjetischen Aserbaidschaner, die sich von den Türkei-Türken kulturell nur durch ihre Namen mit russischer ov-Endung unterscheiden. Die Aseris würden sich aber niemals freiwillig mit der benachbarten Türkei vereinigen, sind sie doch Schiiten (und wollen überdies ihren Erdölreichtum selbst genießen).

Gezielte Ansiedelung von Han-Chinesen

Die Uiguren haben es am schlechtesten erwischt: Sie leben in der nordwestlichsten und größten Provinz Chinas Sinkiang-Uigur. Sie ist zwanzigmal so groß wie Österreich, hat aber nicht einmal dreimal so viele Einwohner. Die gezielte Ansiedlung von Han-Chinesen bewirkt, dass die Uiguren nur mehr eine relative Bevölkerungsmehrheit von 45 % haben und in der Hauptstadt Ürümtschi gar nur mehr 12 % ausmachen.

Attacke auf falsches China-Restaurant

Das KP-Regime in Peking hat ein Problem mit dem Islam, alle paar Jahre kommt es zu blutigen Scharmützeln. Die Einschränkung des Ramadan ließ vorige Woche die Grauen Wölfe vor dem Topkapi-Palast in Istanbul demonstrieren. Als eine Gruppe koreanischer Touristen des Weges kam, wurden diese als „Chinesen“ attackiert. Sich selbst aufgestachelt habend, beschädigte man noch ein China-Restaurant. Dessen Besitzer ist jedoch ein Türke und der Koch Uigure…

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