Container für Flüchtlinge auf dem Friedhof: Anrainer sehen Totenruhe gestört – Unzensuriert

Auf einem Bochumer Friedhof entsteht ein Containerdorf für 100 Flüchtlinge.

Foto: Bild: Maik Meid/Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Container für Flüchtlinge auf dem Friedhof: Anrainer sehen Totenruhe gestört

Anrainer trauten ihren Augen nicht und konnten es kaum fassen, als ein Mitarbeiter der Stadt Bochum eine Freifläche auf dem Kommunalfriedhof Weitmar zu vermessen begann und angab, dass hier 22 Wohneinheiten für bis zu 100 Menschen geplant seien. Ein Containerdorf für Flüchtlinge nämlich, das vom Stadtrat bereits abgesegnet ist. Nur wenige Meter von den Gräbern entfernt sollen die Flüchtlingsunterkünfte entstehen, nur durch einen Zaun vom Rest des Friedhofs abgetrennt – zwischen Container und Friedhof führt nur ein schmaler Schotterweg.

Der falsche Ort

Für die neuen Wohncontainer müssen zahlreiche Bäume gefällt werden. Nicht nur deshalb kommen Friedhofsbesucher aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) sagte Gitta Klodt vom gleichnamigen Floristikunternehmen: "Das passt doch nicht, das ist der falsche Ort." Anrainer Klaus Dieter Kaufmann kann diese Entscheidung nicht verstehen: "Es gibt doch noch so etwas wie Friedhofsruhe?" Außerdem sei es doch auch für die Flüchtlinge, deren Kinder unmittelbar neben den Gräbern spielen, kaum erträglich.

Vorschlag kam von SPD und Grünen

Kaum zu glauben, aber für den Standort auf dem Friedhof ist ausgerechnet die rot-grüne Regierung verantwortlich. Wie die WAZ berichtet, war das Containerdorf ursprünglich auf der Fläche der ehemaligen Schule an der Brantropstraße vorgesehen, doch ein Änderungsantrag der SPD und der Grünen hatte das Friedhofsgelände kurz vor der Ratssitzung am 25. Juni ins Gespräch gebracht. Der Kommentar des SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Reinirkens dazu: "An der Auswahl dieser Fläche wird deutlich, wie groß die Not ist, Flüchtlinge schnell und adäquat unterzubringen." Hier wird aber auch deutlich, wie die Roten und Grünen mit der Flüchtlingspolitik überfordert sind und dennoch die Türen für Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa offen halten wollen.

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