5.000 Euro zu viel an Wien Energie bezahlt?

Der Stromanbieter Wien Energie dürfte die Verrechnung der Energiekosten an seine Kunden wahrlich nicht im Griff haben. Unzensuriert.at berichtete Mitte Juni 2015 von einem Stromkunden im sechsten Wiener Gemeindebezirk, dessen Vorschreibung von 160 auf 545 Euro explodierte und dem außerdem eine Nachzahlung von über 2.000 Euro ins Haus flatterte.

Offenbar kein Einzelfall, wie Unzensuriert.at erfahren musste. Ein Kunde, wohnhaft im 15. Gemeindebezirk, hatte gleich zweimal ein „Missverständnis“ mit der Wien Energie. 2012 zog er in seine bisherige Wohnung ein. Anfang 2013 erhielt er die Jahresabrechnung, in der er aufgefordert wurde, über 1.100 Euro an die Wien Energie nachzuzahlen. Die drei weiteren Teilbeträge betrugen über 500 Euro. Kurios dabei: Für die Abrechnung wurde der Verbrauch von 4 Monaten herangezogen, was bedeutet hätte, dass der allein lebende Kunde, der lediglich einen Kühlschrank, eine Waschmaschine, einen PC samt Server und einen Fernseher in der Wohnung hat, einen exorbitanten Verbrauch gehabt hätte.

Doch dabei blieb es nicht. Der Kunde wurde stutzig, warum ihm die Wien Energie im Folgejahr 2014 eine Vorschreibung von über 600 Euro schickte, die viermal im Jahr fällig wurde, wobei drei Beträge sogar auf über 670 Euro bemessen wurden.

Wien Energie reduzierte Teilbetrag drastisch

Auf seine Anfrage bei der Wien Energie teilte man ihm anfangs mit, dass alles korrekt sei. 2015 explodierte ein Teilbetrag dann auf fast 800 Euro, während für die restlichen drei Raten rund 650 Euro fällig geworden wären. Der Kunde beschwerte sich im Juni erneut bei der Wien Energie und konnte über die dann erfolgte Teilbetragsänderung nur staunen. Die Wien Energie reduzierte den offenen Betrag von etwa 1.300, den der Kunde von Juli 2015 bis Dezember 2015 in jeweils zwei Raten zahlen müsste, auf weniger als 270 (!) Euro für das restliche Jahr aufgeteilt auf 6 Monatsraten (ca. 45 Euro im Monat).

Wien Energie konnte Missverständnis nicht aufklären

„Die Wien Energie konnte mir keine Auskunft darüber geben, wie es zu solchen Missverständnissen kommen konnte. Im aktuellen Fall hat man mir sogar gesagt, dass man nicht wisse, wie es überhaupt zu so einer hohen Rate kommen konnte“, so der Kunde. Er vermutet, dass er über all die Jahre viel zu viel bezahlt. Er wandte sich an den Konsumentenschutz Wien (KSWien), dem solche „Missverständnisse“ schon bekannt wären. „Nachdem ich meine Sachlage geschildert habe und die neuen Raten erwähnt hatte, wurde ich sofort darauf hingewiesen, vorsichtig mit diesen niedrigen Raten zu sein. Wien Energie sei sehr unvorsichtig mit der Senkung der Raten und unter Umständen können sogar existenzgefährdende Nachzahlungen kommen“, so der verunsicherte Kunde.

Jetzt einmal zum Nachrechnen: Sollte der neue Teilbetrag stimmen, dann müsste der Kunde etwa 530 Euro im Jahr zahlen. Heißt auch, dass der Kunde bis dato in Summe 4.000 bis 5.000 Euro zu viel an die Wien Energie bezahlt haben dürfte.

Inkasso-Büro eingeschaltet, obwohl Wien Energie im Unrecht war

Bereits bevor der Kunde 2012 in seine Wohnung zog, hatte er mit Wien Energie zu kämpfen. Damals wurde von Wien Energie ein Inkasso-Büro eingeschaltet, weil Wien Energie die Ansicht vertrat, dass der Kunde angeblich 2.000 Euro nachzahlen müsse. „Beim Telefonat mit Wien Energie hat sich dann herausgestellt, dass der Zählerstand nicht korrekt in deren System war. Ich habe damals den Zählerstand abfotografiert und per Mail gesendet, wie ich in die neue Wohnung eingezogen bin“, teilte der Kunde Unzensuriert.at mit. Also auch in diesem Fall nur ein Missverständnis.

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