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FDP-Politiker: Der Euro verkommt zur Lira

FDP-Chef Lindner möchte Griechen aus dem Euro werfen. Foto: Gerd Seidel (Rob Irgendwer)/Wikimedia (OTRS)
FDP-Chef Lindner möchte Griechen aus dem Euro werfen.
Foto: Gerd Seidel (Rob Irgendwer)/Wikimedia (OTRS)
16. Juli 2015 - 20:00

Für einen GREXIT und damit ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone tritt FDP-Vorsitzender Christian Lindner ein. Lindner ergreift Partei für den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der in den jüngsten Verhandlungen mit Athen zumindest einen „GREXIT auf Zeit“ in die Diskussion gebracht hatte. Dafür war er sowohl vom Koalitionspartner SPD, als auch anderen Euro-Ländern heftig kritisiert worden. FDP-Chef Lindner in einem Interview mit der Zeitung Die Welt:

Es ist kein Geheimnis, dass ich die Pläne von Finanzminister Wolfgang Schäuble für besser gehalten hätte. Ein GREXIT wäre ein Neustart für die Euro-Zone gewesen. Für die verbliebenen Partner wäre es eine Bestärkung von Solidität und Vertragsrecht gewesen. Und für Griechenland wäre es eine Chance gewesen, die notwendigen Anpassungsmaßnahmen leichter zu vollziehen als jetzt. Das aktuelle Spar- und Reformpaket ist nicht geeignet, die Lage der Menschen zu verbessern. Das ist auch für jeden einsehbar: Wenn man beispielsweise mehr Tourismus will, kann man nicht die Verbrauchsteuern erhöhen. Das macht das Reiseland Griechenland im Wettbewerb mit der Türkei unattraktiv.

Währungsunion: Lindner sieht Euro zur Lira verkommen

Dem Euro gibt Lindner in seiner derzeitigen Entwicklung als stabile Währung ebenfalls keine Zukunft. Vielmehr sieht er durch die Transferpolitik in Richtung Griechenland eine Entwicklung des Euro hin zur früheren italienischen Lira:

Jeder Realist muss davon doch ausgehen. Auch der IWF hat bereits große Bedenken angemeldet. Hinzu kommt ja noch etwas anderes. Ich beobachte seit Längerem eine Lirafizierung des Euro. Weil nicht nur Griechenland, sondern auch andere Länder ihre Reformbemühungen eingestellt haben, ist die Europäische Zentralbank in die Bresche gesprungen, mit künstlich niedrigen Zinsen und einem künstlich niedrigen Außenwert des Euro. Das ist der Weg des Euro in Richtung Lira. Die Währung wird weich, das Recht wird weich – das alles unterspült das Vertrauen der Menschen in das Projekt Europa.

Mit der Überzeugung, dass der Euro in seiner aktuellen Form gescheitert ist, steht der Freidemokrat Lindner keineswegs alleine da. Erst jüngst hat der deutsche Parade-Linke Oskar Lafontaine eine Abschaffung des Euro gefordert.

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