Wer sich Zähne implantieren läßt, muss dies in seiner Freizeit tun..

Foto: Bild: Helge Klaus Rieder / wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Krankenkassa verweigert Zahn-Operierten den Krankenstand

Ein 50-jähriger Niederösterreicher, der sich zwei Zahn-Implantate einsetzen ließ, staunte nicht schlecht, als ihm die Wiener Gebietskrankenkasse dafür im Nachhinein den Krankenstand verweigerte. Begründung: Zahnimplantate seien, ähnlich wie Schönheitsoperationen, Privatsache und daher in der Freizeit zu erledigen.

Paul H. hatte schon länger Probleme mit den Zähnen. Als ihm sein Zahnarzt eröffnete, dass zwei Zähne heraus müssen, entschloss sich H. für die schönste, aber auch aufwandigste und teuerste Variante: zwei Implantate im Oberkiefer.

Zwei Krankenstandstage in Anspruch genommen

Nach der Operation Anfang Juli musste der Graphiker über mehrere Tage starke Schmerzmittel und Antibiotika nehmen, saß mit einem Eisbeutel an der geschwollenen Wange daheim und war in keiner Weise arbeitsfähig. Deshalb schrieb ihn sein Hausarzt auch krank. Um den Krankenstand möglichst kurz zu halten, opferte H. ein Wochenende. Man hatte den Operationstermin extra auf einen Freitag gelegt, damit inklusive Montag nur zwei Krankenstandstage anfallen.

Nach knapp zwei Wochen erstattete die Wiener Gebietskrankenkasse eine Meldung an H.s Arbeitgeber, in der sie die Begründung der Krankheit nicht akzeptiert. „Sehr geehrter Herr H.! Wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, dass die von Ihrer/Ihrem Ärztin/Arzt ausgestellte Krankenstandsbestätigung ab 06.07.2015 aus medizinischen Gründen nicht anerkannt werden kann. Wir ersuchen Sie deshalb, uns diese ungültige Bestätigung unverzüglich zu übermitteln. Ihr/e Dienstgeber/in wurde von unserer Entscheidung informiert“, heißt es wörtlich in dem Schreiben an H.

Zahnimplantat wie Brustvergrößerung

Wie sein Hausarzt ihm daraufhin erklärte, sei das kein Einzelfall: Das Setzen von Implantaten gilt in den Augen der Krankenkasse als reine Privatsache, ähnlich wie etwa ein Gesichtslifting oder eine Busenvergrößerung, und ist daher in der Freizeit zu erledigen.

Detail am Rande: H. war in 33 Berufsjahren fast nie im Krankenstand.

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