“Wenn ich Fehler gemacht habe, dann aus Gutmütigkeit” – mit diesem Satz wollte Matthias Strolz sein dilettantisches Auftreten als Politiker entschuldigen.

Foto: Bild: Franz Johann Morgenbesser/Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Jetzt weiß ganz Österreich, warum die ÖVP Matthias Strolz nicht wollte

Wer ein Argument suchte, den NEOS und ihrem Frontmann Matthias Strolz bei den nächsten Wahlen nicht die Stimme zu geben, musste nur das ORF-Sommergespräch anschauen. In dieser Sendung sagte der Zweite Nationalratspräsident Karlheinz Kopf (ÖVP) erstmals öffentlich, dass die Volkspartei dem heutigen NEOS-Chef überhaupt kein Mandat mehr geben wollte. Strolz murmelte daraufhin in den nicht vorhandenen Bart, dass ihm dies anders in Erinnerung sei, doch die Aussage von Kopf, der den Mann, der Bäume umarmt und der Kronenzeitung ein "Kastanien"-Gedicht schickte, nicht in seiner Partei haben wollte, klang ziemlich glaubwürdig.

"Schleichts euch aus der EU"

Der peinliche Auftritt von Matthias Strolz bei Hans Bürger, der die Sendung unaufgeregt, aber trotzdem spannend moderierte, blieb auch in den sonst dem NEOS-Mann gut gesinnten Medien nicht verborgen. Die NEOS wollten eigentlich keine "Ja, aber"-Partei sein, habe deren Obmann betont, doch die Konstellation "ja, aber" fiel dann aber doch recht häufig, kommentierte die Tageszeitung Die Presse die widersprüchlichen Aussagen von Matthias Strolz im Fernsehen. Tatsächlich wurde im Gespräch mit dem ORF-Innenpolitikchef Hans Bürger nie klar, wofür Strolz und die NEOS stehen. So weiß der Fernsehzuschauer bis heute nicht, wie Strolz die Griechenland-Krise lösen würde ("ein komplexes Thema", so Strolz) oder wie der NEOS-Chef Europa "neu ordnen" möchte, zumal er im Parlament wütend verlangte, dass sich die Briten aus der EU "schleichen" sollen, sich bei diesen im Sommergespräch aber für seine Aussage entschuldigte.

Keine Flüchtlinge im eigenen Haus

Hatte der Fernsehzuschauer für diese Aussagen von Strolz noch Mitleid, wurde der pinke Frontmann beim Thema "Flüchtlinge" endgültig zur Witzfigur. Wie erwartet, hielt Strolz der Bundesregierung für das Management in der Flüchtlingspolitik eine Standpauke – "Asylwerber werden wie zehn Kisten Bier angekarrt" -, doch wolle er Flüchtlinge bei sich zuhause nicht aufnehmen. Das gehe sich bei drei Kindern nicht aus, so Strolz, der sich damit, wie andere Politiker von SPÖ, ÖVP und Grünen des Florianiprinzips bediente. Einen Stopp des unglaublichen Zuwanderungsstroms verlangte er nicht, die Sorgen und Ängste der Bevölkerung könne er aber verstehen.

Strolz präsentierte sich als Politiker, der weder Fisch noch Fleisch ist. Und man fragte sich, warum sein Berater, der frühere ÖVP-Minister Erhard Busek, seinen Schützling vor so einer wichtigen TV-Sendung nicht besser vorbereitet? Schade um das viele Geld, das der Industrielle Hans Peter Haselsteiner in die NEOS pulvert. Er hatte ja schon das Liberale Forum der Heide Schmidt gesponsert und nicht verhindern können, dass die Partei zu Grabe getragen wurde.

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