Beim eigenen Museum vergaß Reinhold Messner auf den Naturschutz.

Foto: Bild: blu-news.org/wikimedia CC BY-SA 2.0
Messner-Museum auf 2.300 Metern Seehöhe: Wo bleibt der Naturschutz?

Wer kann sich noch erinnern? Kurt Felix und seine Frau Paola machten sich in der Sendung „Verstehen Sie Spaß?“ eine Gaudi mit Reinhold Messner. Er sollte Gäste auf das Matterhorn führen, stieß dabei auf einen Kiosk am Berg, wo auch Bücher von ihm verkauft wurden. Messner rastete völlig aus, so etwas dürfe es auf dem Matterhorn nicht geben, und untersagte den Verkauf seiner Bücher in diesem eigens für die Spaßsendung auf den Berg gebauten Kiosk. Jahre später holt Messner diese „Verstehen Sie Spaß“-Sendung ein: Denn ausgerechnet er, der sich so wütend gegen die Verschandelung der Alpen generierte, ließ nun auf einem Südtiroler Berg ein Museum bauen, das von ihm gestaltet und konzipiert wirde.

Blick in die Dolomiten

Das Museum auf fast 2.300 Metern Seehöhe streckt Fenster in die Berglandschaft. Das MMM Corones – wie das Museum offiziell heißt – steht auf dem Gipfel des Kronplatzes mit seinem einmaligen Blick in die Dolomiten, zwischen Olang, Bruneck und dem Gadertal gelegen.

In dem letzten der sechs Museen von Reinhold Messner geht es um die großen Wände, um die Königsdisziplin des Alpinismus. Der Fels und das Leben der Bergsteiger sind die zentralen Themen des Messner Mountain Museums, veranschaulicht anhand von einzigartigen Sammlungen, Bildern und verschiedenen Gegenständen, die Reinhold Messner in seinem Leben als Grenzgänger gesammelt hat. Die architektonische Umsetzung der Ideen wurde dem weltbekannten Architekturbüro Zaha Hadid anvertraut.

Was die Südtiroler Bergsteiger-Legende Messner ein Leben lang verurteilte, nämlich die Verbauung der Alpen, wurde mit dem Museum am Berg nun konterkariert. Der Spaß-Kiosk am Matterhorn war eine Übertreibgung, eine bewusste Provokation. Doch mit dem Museumsbau auf 2.300 Metern Seehöhe kommt man einem Disneyland in einem Naturschutzgebiet schon sehr nahe. Umweltschutz wird halt kleingeschrieben, wenn es um die eigene Eitelkeit geht.

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