Ex-Minister Varoufakis könnte bald vor Gericht stehen.

Foto: Bild: Wikimedia/ PanchoS (CC BY 3.0)
Grexit-Vorbereitungen: Ex-Finanzminister Varoufakis unter Verdacht

Neuen Wirbel rund um den griechischen Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis gibt es nun im Zusammenhang mit einem Geheimplan zur Vorbereitung eines Grexit. Die Staatsanwaltschaft in Athen ermittelt nun wegen Hochverrats gegen den ehemaligen Minister. Während Varoufakis offiziell seit Februar 2015 mit der Eurogruppe um einen Verbleib Griechenlands im Euro verhandelte, bereitete der linke SYRIZA-Minister im Hintergrund den Ausstieg aus dem Euro vor. Dieser Plan soll in Absprache mit Ministerpräsident Alexis Tsipras bereits im Vorfeld der Regierungsübernahme im kleinsten Kreis verabredet worden sein. Dies erklärt für Beobachter Griechenlands nun auch den eigenwilligen Verhandlungsstil des streitbaren Ex-Finanzministers.

Die Athener Generalstaatsanwältin Efterpi Koutzamani ist nun an das griechische Parlament herangetreten, um die Immunität von Varoufakis aufzuheben. Varoufakis ist trotz seines Rücktritts als Finanzminister immer noch als SYRIZA-Parlamentsabgeordneter Mitglied der griechischen Volksvertretung.

Geheime Finanz-Arbeitsgruppe soll Daten gehackt haben

Ein wesentlicher strafrechtlicher Vorhalt gegen Varoufakis soll sein, dass er im Rahmen einer geheimen Finanz-Arbeitsgruppe einen EDV-Experten dazu angestiftet haben soll, sich ins Steuersystem des griechischen Finanzministeriums einzuhacken, und die Datensätze auf einen externen IT-Server zu transferieren. Diese Datenbasis hätte dann eines der Basiselemente für die Wiedereinführung der Drachme als wieder eingeführte Währung nach einem Ausstieg aus dem Euro sein. Die Anklagepunkte die gegen den SYRIZA-Spitzenpolitiker geprüft werden sollen reichen von Hochverrat über Datendiebstahl bis hin zur Bildung einer kriminellen Geheimgesellschaft.

Während man in den Geberstaaten "nur" politisch geächtet wird, wenn man sich gegen die Alternativlosigkeit der Gemeinschaftswährung ausspricht, muss man in Griechenland dafür möglicherweise sogar ins Gefängnis.

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