Maria Vassilakou beim Spatenstich für den MaHü-Umbau im Mai 2014. Mehr als ein Jahr später ist Wien um 14.5 Millionen Euro ärmer und zahlreiche Geschäfte mussten immense Umsatzeinbußen hinnehmen.

Foto: Bild: Ailura / Wikimedia (CC BY-SA 3.0 AT)
Neue “MaHü”: “Gott sei Dank Überlebende”

Dass der ORF auf breiter Basis über die Eröffnung der mit viel Steuergeld umgebauten Mariahilfer Straße in Wien berichtet war angesichts der bevorstehenden Wiener Wahlen zu erwarten. Viele der ORF-Redakteure scheinen die Ansicht zu vertreten, man könne die Wiener Grünen unter der Führung der Austro-Griechin Maria Vassilkou gar nicht genug unterstützen. Dass der hohe Aufwand tatsächlich Wählerstimmen für die Grünen bescheren wird, darf man bezweifeln, denn realitätsferne, überhebliche, dumme und ungeschickte Äußerungen der Grün-Bürgermeisterin haben viele potenzielle Grün-Wähler nachhaltig verärgert.

Schlussstein zerbrach vor laufenden Kameras

Dass bei einer Feier zum Abschluss der Bauarbeiten der letzte Stein, den man festlich gestimmt in das vorhandene Loch einsetzen wollte, gemeinerweise vor Schaulustigen und Kameras abstürzte und zerbrach, hatte Symbolkraft.

Die Mehrheit der Betroffenen ist von der neu gestalteten Straße nur mäßig begeistert. Geschäfte klagen über erhebliche Umsatzeinbrüche, Autofahrer die vom sechsten in den siebenten Bezirk wollen (oder umgekehrt) müssen erhebliche Umwege in Kauf nehmen. Der Verkehr ist insgesamt nicht geringer geworden sondern hat sich logischerweise lediglich verlagert. Die von Radio Wien und ORF.at präsentierte Frohbotschaft, die „MaHü“ leiste einen Beitrag zum Klimaschutz ist da eher in die Kategorie der schlechten Witze einzuordnen.

Rad-Raser stieß Kind zu Boden

Ein wesentlicher Kritikpunkt sind nach wie vor die rasenden Radler. Eine junge Mutter, die mit ihrem etwa zweijährigen Kind durch die Fußgängerzone (die natürlich FußgängerInnenzone heißen muss) spazierte, war empört, als ein Kampf-Radler in hohem Tempo das Kleinkind streifte und zu Boden stieß. Was eine jugendliche Passantin zu der Bemerkung veranlasste: „Kennan’s net auf ihr Kind aufpassen?“

Der Rad-Raser war nicht einmal stehen geblieben.

Und was schreibt ORF.at? „Wenige Beschwerden wegen Radrowdys“. Klar, wer beschwert sich schon, wenn er genau weiß, dass das absolut nichts nützt.

„Nur“ 14,5 Millionen vergeudet – 33.500 Euro pro Meter

Lob spendet der ORF auch der Tatsache, dass das geplante Budget um rund 500.000 Euro unterschritten wurde. Das heißt, dass nicht 15 Millionen Euro vergeudet wurden sondern „nur“ 14,5 Millionen.

Die Fußgängerzone ist 432 Meter lang. Jeder Meter kostete also rund 33.500 Euro. Da klingt die Einsparung von rund 1.150 Euro pro Meter schon weniger eindrucksvoll.

Ob es außer stolzen Grün-Politikern und Rad-Rowdys noch Gewinner durch die Neugestaltung der Mariahilfer Straße geben wird lässt sich vorerst kaum abschätzen. Unter den Betreibern der Geschäfte gibt es kaum Gewinner. Treffend formulierte das Erwin Pellet von der Wirtschaftskammer: „Es gibt Gott sei Dank Überlebende.“

Der Artikel von Kurt Ceipek  ist am 2. August 2015 auf der Internetseite www.orf-watch.at erschienen, auf der renommierte Journalisten es sich zur Aufgabe gesetzt haben, eine unabhängige Kontrolle des ORF und seines Gebührenmonopols auszuüben.

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