Steckt rechter US-Thinktank oder linkes Revolutions-Kollektiv hinter „Fluchthelfer“-Kampagne?

Die Registrierung der Webseite legt eine Spur zum Ayn Rand Institute, aber auch zum linken Rise-Up-Kollektiv. Foto: Screenshot / whois.net
Die Registrierung der Webseite legt eine Spur zum Ayn Rand Institute, aber auch zum linken Rise-Up-Kollektiv.
Foto: Screenshot / whois.net
6. August 2015 - 16:59

Bernard C. Piqochet alias Paul Ribbeck (oder vielleicht sind das auch zwei Personen) ist auf den ersten Blick ein unvorsichtiger Mitarbeiter eines US-Thinktanks. Er schaffte es allem Anschein nach nicht, zu verschleiern, dass er die Internet-Domain angemeldet hat, auf der seit wenigen Tagen dazu aufgerufen wird, illegale Einwanderer ebenso illegal mit Privatautos nach Deutschland oder Österreich zu bringen. Der Mann ist demnach für das Ayn Rand Institute tätig, das in den USA ganz andere Ziele verfolgt. Möglicherweise ist das alles aber auch nur ein Verwirrspiel ganz anderer Kräfte.

Schon der professionelle Web-Auftritt von www.fluchthelfer.in ließ vermuten, dass dahinter wohl eher nicht die üblichen Verdächtigen aus der deutschen Antifa stecken. Dieser Verdacht bestätigt sich nun und wirft naturgemäß Fragen auf. Warum macht es sich ein amerikanischer Thinktank zur Aufgabe, die Flut an illegalen Einwanderern nach Deutschland und Österreich noch zu verschärfen? Handelt es sich dabei um eine ähnliche Strategie, die Organisationen aus dem Umfeld des Milliardärs George Soros in Nordafrika betrieben haben, um dort im Wege des „Arabischen Frühlings“ die bestehenden Regime zu stürzen?

Multikuti ist für Ayn Rand Rassismus

Die Verbindung ergibt ideologisch keinen Sinn, weltpolitisch möglicherweise doch. Auf der deutschsprachigen Wikpedia-Seite über das Ayn Rand Institute heißt es:

Das Ayn Rand Institute und seine Mitarbeiter geben regelmäßig Stellungnahmen und Kommentare zu politischen Themen und Ereignissen ab. Darin wurde u.a. ein sehr hartes Vorgehen im Krieg gegen den Terror gefordert, Multikulturalismus mit „Rassismus“ gleichgesetzt, Umweltschutzvorhaben abgelehnt und der anthropogene Klimawandel bestritten.

Die Namensgeberin des Instituts, Ayn Rand (geboren als 1905 als Alissa Sinowjewna Rosenbaum in Sankt Petersburg). habe sich, schreibt das Magazin Cicero, „ zur Chefideologin der amerikanischen Rechten entwickelt, die für die Helden des Kapitalismus den Weg frei machen wollen“.

Soll Europa destabilisiert werden?

Es ist also nicht davon auszugehen, dass das derzeit von Yaron Brook geführte Institut sich in den USA dafür einsetzen würde, dass Privatpersonen mexikanische Bürger illegal über die Grenze bringen sollten. Für Europa sieht das möglicherweise anders aus. Gerade die Rechte in den USA ist schließlich auch für ihre entschlossene Verbreitung des Weltmacht-Anspruchs bekannt, die sich in ihrer kompromisslosen Unterstützung sämtlicher kriegerischer Aktivitäten der USA in aller Welt manifestiert. Dazu gehört natürlich auch die Destabilisierung potentieller Konkurrenten, zu denen auch ein selbstbewusstes, sich von den USA emanzipierendes Europa zählen würde.

Die von des USA betriebene Destablilisierung der Herkunftsregionen der aktuellen Flüchtlingswelle wäre in diesem Zusammenhang als erster Schritt zu sehen. Der zweite Schritt – den die aktuelle Schlepper-Initiative mit betreibt – wäre daher, dafür zu sorgen, dass die Flüchtlinge auch in ihren Zielländern – schon alleine durch ihre schiere Anzahl – für möglichst großes Chaos sorgen.

Ayn Rand Institute nur vorgeschoben?

Diese Interpretation ist jedoch nur zulässig, sollte tatsächlich das Ayn Rand Institute hinter der Domain-Anmeldung stecken. Dagegen spicht jedoch dass „Bernard C. Piqochet“ nach Internet-Recherche ein erfundener Name sein dürfte. Tatsächlich existent ist allerdings ein Paul von Ribbeck, dem wohl auch die in der Registrierung der Webseite eingetragene Mailadresse [email protected] gehört. Er steht, wie diese Quelle zeigt, nahelegt, offensichtlich in Verbindung mit dem PENG!-Kollektiv, das hinter der Fluchthelfer-kampagne steht. Dieses ist zwar in Berlin ansässig, die Teammitglieder tragen jedoch alle englische Namen. Generell kann eine Domain auf jeden Namen registriert werden - auch ohne Wissen des angeblichen Inhabers.

Das Rise-Up-Kollektiv, dem Ribbeck laut seiner Mailadresse offenbar angehört, definiert sich wiederum so:

Die Riseup Kollektiv ist eine autonome Einrichtung mit Sitz in Seattle mit Kollektivmitgliedern weltweit. Unser Ziel ist es die Schaffung einer freien Gesellschaft, einer Welt mit Freiheit von Not und Freiheit der Meinungsäußerung, einer Welt ohne Unterdrückung oder Hierarchie, wo die Macht gleich verteilt ist. Wir tun dies, indem wir unseren Verbündeten Kommunikations- und Computer-Ressourcen zur Verfügung stellen, die sich im Kampf gegen Kapitalismus und andere Formen der Unterdrückung engagieren. (Übersetzung aus dem Englischen)

Rise Up will "freien gesellschaftlichen Wandel"

Die Ziele dieses stark anarchistisch angehauchten Kollektivs scheinen mit denen des Ayn Rand Institutes überhaupt nicht in Einklang zu bringen, selbst dann nicht, wenn man die oben geschulderten weltpolitischen Argumente dafür heranzieht. Auf Deutsch beschreibt sich Rise Up so:

Riseup bietet Online-Kommunikationstools für Menschen und Gruppen an, die an einem freiem gesellschaftlichen Wandel arbeiten. Wir sind ein Projekt, das demokratische Alternativen entwickelt und wir üben Selbstbestimmung aus, indem wir unsere eigenen sicheren Kommunikationswege kontrollieren.

Dies erinnert von der Wortwahl eher an die Bewegungen, die vom Spiegel schon 2005 als „Revolutions GmbH“ beschrieben wurden, die – unterstützt von Soros und seiner Stiftung – mit spontan wirkenden Volksaufständen Autokraten In Jugoslawien (2000), Georgien (2003) und der Ukraine (2004) zu Fall brachte – und nach dem Erscheinen dieses Spiegel-Artikels auch beim Arabischen Frühling und derzeit in der Ukraine die Finger im Spiel hatte.

Soros ist erbitterer Gegner von Ayn-Rand-Ideen

Falls eine Verbindung zu Soros‘ Aktivitäten besteht, wäre der Eintrag des Ayn Rand Instituts in den registrierungsdaten der Webseite durchaus seinen Charme im Sinne einer besonders perfiden „False Flag Aktion“, denn Soros gilt als erbitterter Gegner von Ayn Rands Ideen. Im Jahr 2011 lancierte eine von Soros finanzierte Gruppe eine Medienkampagne gegen den Kongressabgeordneten Paul Ryan von den Repubilikanern, dem unter anderem Begeisterung für Ayn Rands Ideen vorgeworfen wurde.

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