Ausgerechnet der inzwischen abgespeckte SPÖ-Aktivist und Physiker Werner Gruber gibt FPÖ-Umweltsprecherin Susanne Winter recht.

Foto: Bild: GuentherZ - Own work/wikimedia CC BY 3.0
Faktencheck nach ORF-Sommergespräch: Künstliche Empörung über FP-Winter

Es ist eine Eigenart der ORF-Sommergespräche, den eingeladenen Politiker mit Aussagen von Parteifunktionären zu konfrontieren, um ihn in Argumentationsnot zu bringen. Am Montag war FPÖ-Parteichef HC Strache Gesprächspartner von Hans Bürger im Ringturm – und wie gewohnt, gab es eine Einspielung, und zwar eine Rede der freiheitlichen Umweltsprecherin Susanne Winter zum Thema "Klimawandel": Daran, so Winter, sei nicht nur der Mensch schuld. ORF-Mann Hans Bürger inszenierte daraufhin eine künstliche Aufregung, dabei befindet sich die FPÖ-Umweltsprecherin mit ihrer Meinung in bester Expertengesellschaft.

Berechnungen sind Kaffeesudleserei

Der unzensuriert.at-Faktencheck ergab nämlich, dass erst am 26. Juli dieses Jahres der Star-Physiker, "Science Buster" und SPÖ-Aktivist Werner Gruber in einem Kurier-Interview die gleiche These vertrat, wie Susanne Winter im Parlament. Fazit seiner Aussage: "Klimawandel gibt es. Aber wir Menschen sind nicht die Schuldigen." Gruber führte aus: Man könne überhaupt nicht seriös berechnen, ob es künftig wärmer oder kälter wird. Das sei Kaffeesudleserei. "Klimaveränderungen gab es immer wieder", so Gruber im Kurier. Und weiter:  "Im Mittelalter war es wärmer, deswegen konnten die Kreuzzüge stattfinden. Grönland heißt übersetzt Grünland. Da gab es vor 500 Jahren kein Eis. Jeder spricht darüber, dass die Pasterze immer kleiner wird. Aber Pasterze kommt aus dem Slowenischen und bedeutet Alm- und Weideland. Jetzt müssen wir uns die Frage stellen: Warum heißt der Gletscher Alm- und Weideland? Ganz einfach: Weil es vor dieser Zwischeneiszeit keinen Gletscher gab."

Vorauseilender Gehorsam

Wenn manche in Hysterie verfallen würden, weil sich die Gletscher zurückbilden, dann müsse er sagen: "Tut mir leid, wir entwickeln uns dorthin, wo wir vor 600 Jahren waren", wird der Wissenschafter im Kurier zitiert. Gruber hielt aber auch fest: "Nur weil wir nicht wissen, wie es weitergeht, darf auf der Erde nicht alles erlaubt sein."

Im vorauseilenden Gehorsam gegenüber politischen Konkurrenten erwähnte Hans Bürger diese Expertenmeinung mit keinem Wort. Im Gegenteil, er behauptete sogar, dass sich alle Experten darüber einig seien, dass der Klimawandel mit den Menschen zu tun habe. Den Widerspruch von HC Strache wollte Bürger nicht gelten lassen, obwohl der unzensuriert.at-Faktencheck eindeutig das Gegenteil beweist.

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