„Aktenzeichen XY“: Fernsehsender wollte brutalen Afrikaner schützen

Die Sendung „Aktenzeichen XY“ wollte einen brutalen Afrikaner schützen. Foto: Badgon / wikimedia (gemeinfrei)
Die Sendung „Aktenzeichen XY“ wollte einen brutalen Afrikaner schützen.
Foto: Badgon / wikimedia (gemeinfrei)
22. August 2015 - 17:10

Schon seit Jahrzehnten existiert die beliebte Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“, in der immer wieder unglaubliche Kriminalfälle gezeigt werden. Im März 2014 wurde eine junge Frau vergewaltigt. Im ZDF sollte nun im Rahmen von „Aktenzeichen XY“ über das Verbrechen berichtet werden. Doch einige Wochen vor dem offiziellen Sendetermin wurde der Beitrag aus dem Programm genommen: Der mutmaßliche Täter war nämlich ein Schwarzafrikaner und der Sender wollte keine Vorurteile befeuern. Mittlerweile revidierten die Verantwortlichen ihre Entscheidung aber.

Polizei hofft auf Aufklärung der Tat

Im deutschen Ruhrgebiet ereignete sich im Frühling des Vorjahres eine grausame Tat an einer jungen Passantin. Die Frau wurde von einem dunkelhäutigen Afrikaner vergewaltigt. Das Verbrechen schaffte es auch in die Medien. Der deutsche Sender ZDF wollte im Zuge der Sendung „Aktenzeichen XY“ darüber berichten. Doch weil der Täter dunkler Hautfarbe und Ausländer ist, wurde der Beitrag für den 2. September 2015 kurzerhand rund vier Wochen vor der geplanten Ausstrahlung aus dem Programm genommen.

Begründet wurde dieser Schritt damit, dass man keine Vorurteile gegenüber dieser Bevölkerungsgruppe schüren will: „Wir wollen kein Öl ins Feuer gießen und keine schlechte Stimmung befördern. Das haben diese Menschen nicht verdient“, so die Chefredakteurin Ina-Maria Reize-Wildemann. Die Dortmunder Polizei sieht dies allerdings ganz anders und bedauerte die Entscheidung der Redaktion, man hoffe seit mehr als einem Jahr auf die Aufklärung des Verbrechens.

Sender revidiert Entscheidung

Mittlerweile entschied sich der Sender jedoch, die Szenen über die brutale Raubvergewaltigung doch zu senden. Wie geplant wird der Beitrag am 2. September ausgestrahlt. Bei der Tat wurde die junge Frau nicht nur brutal vergewaltigt, sondern ihr wurden auch noch ein Handy und Geld gestohlen. 

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