Ursula Stenzel und HC Strache haben für den 11. Oktober in Wien viel vor.

Foto: Bild: FPÖ
Stenzel will mit FPÖ-Hilfe die SPÖ-Dominanz in Wien brechen

Es ist wie Wasser auf den Mühlen für die FPÖ-Wähler: Mit Ursula Stenzel kommt nicht nur ein wirkliches politisches Schwergewicht zu den Blauen, sondern die ehemalige ÖVP-Politikerin plauderte sowohl im Ö1-Mittagsjournal als auch in der ZIB 2 bei Armin Wolf aus der Schule und sagte das, was ohnehin schon viele vermuteten, aber noch nie so deutlich bestätigt bekommen hatten: "Die Ausgrenzung der Freiheitlichen dient allein dem Machterhalt der Roten und Grünen."

Grand Dame und "Bürgerschreck"

Am Dienstag platzte tatsächlich eine Politbombe, als HC Strache Ursula Stenzel als FPÖ-Spitzenkandidatin für die Bezirksvertretungswahl in Wien-Innere Stadt präsentierte. Der amtierenden Bezirksvorsteherin war klar, dass nach Bekanntgabe ihrer Kandidatur für die Freiheitlichen ein Shitstorm ausbrechen würde. Und dass die Kommentatoren in den von Regierungsinseraten abhängigen Tageszeitungen kein gutes Haar an ihr lassen würden. So kam es dann auch – und im Kurier bemüßigte sich Helmut Brandstätter sogar, Stenzel als "Bürgerschreck" zu beschimpfen. Weil sie bürgernah agierte, gegen Lärmbelästigung für die Anrainer kämpfte? Nein, weil sie jetzt eine Blaue ist. Denn solange Ursula Stenzel für die ÖVP die Europawahlen und den bereits verloren geglaubten ersten Bezirk gewonnen hat, war sie die Grand Dame der Volkspartei.

Häupl gar nicht charmant

Man muss also nicht Stenzel für ihren Schritt medial ohrfeigen, sondern vielmehr den Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka, der glaubte, bei den Wien-Wahlen am 11. Oktober auf Ursula Stenzel verzichten zu können und sich nun, nachdem er sie unfein abmontiert hatte, überrascht zeigt: "In der Politik rechnet man mit vielem, aber dass Ursula Stenzel ins Lager von HC Strache wechselt, schockiert mich." Mit Freudentränen des Herrn Juraczka hat ohnehin keiner gerechnet, auch nicht damit, dass SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl über den Wechsel von Stenzel zur FPÖ jubelt. Im Kurier machte Häupl daher eine gar nicht charmante Anspielung auf das Alter von Stenzel: "Es ist ihre Entscheidung. Ich glaube, sie hat sich selbst nichts Gutes getan. Sie ist erfahren genug – um nicht alt zu sagen, das wäre unhöflich – um zu wissen, was sie tut."

Bürger durchschauen den Trick

Was sie tut und was sie mit ihrem Farbenwechsel vorhat, sagte sie im Mittagsjournal ganz klar: Sie traue der ÖVP in Wien nicht mehr zu, einen Machtwechsel herbeizuführen. Die ÖVP sei von der FPÖ in Wien zweifellos als bürgerliche Partei mit sozialen Komponenten längst abgelöst worden. Bei Armin Wolf in der ZIB 2 sagte sie dann: "Diese Freiheitliche Partei grenzt man seit Jahren aus und will mit ihr nicht zusammen arbeiten, damit man die Macht erhält. Die Bürger sind nicht so blöd, sie durchschauen das als einen Trick der Machterhaltung der SPÖ und der Grünen und eine Verewigung der SPÖ-Dominanz, nicht nur in Wien,sondern auch im Bund."

HC Strache sagte bei der Pressekonferenz, dass es natürlich das Ziel der Freiheitlichen sei, auch die Bezirksvorsteherin im 1. Bezirk sicher zu stellen. Dazu meinte Politik-Experte Thomas Hofer im ORF: "Die Frau Stenzel wird jedenfalls einen Teil ihrer Fangemeinde mitbringen zu den Freiheitlichen."

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