Hollywood greift an: Kriegsfilme machen Politik

Ein Film ist oft mehr als ein Film. Anhand der Traumfabrik Hollywood lässt sich die Instrumentalisierung des Mediums Film für politische Zwecke ziemlich unverhüllt erkennen.

Kriegsfilme machen Politik

Der Autor Stefan Hug unternimmt einen Streifzug durch die Geschichte des Kinos, genauer gesagt widmet er sich der Traumfabrik und geht der Frage nach, inwieweit mit US-Kriegsfilmen Politik gemacht wurde (und wird). Schon während des Ersten Weltkriegs dienten Hollywood-Filme nämlich immer wieder auch dem Zweck, die Bevölkerung auf den Krieg „einzustimmen“ und die staatliche Sicht der Dinge via Film unter das Volk zu bringen. Daran änderte sich im weiteren Verlauf der Geschichte wenig. Im Zweiten Weltkrieg wurde Sergeant York instrumentalisiert, um im gleichnamigen Spielfilm, dargestellt von Gary Cooper, Stimmung für den Krieg zu machen. Nach Kriegsende trat die Sowjetunion als neuer „virtueller“ Feind an die Stelle der Deutschen und sorgte für Politik an den Kinokassen. Es ging aber nicht nur um Stimmungsmache.

Auch Rechtfertigung und Revisionismus waren Gegenstand unterschwelliger Hollywood-Politik. So transportierte zum Beispiel der Kassenschlager „Top Gun“ eine neue Sicht des Vietnamkrieges. Und nach 9/11 überschwemmte überhaupt eine Lawine an Kriegsfilmen (naturgemäß mit mehr oder weniger einseitiger Botschaft) die Kinos. Vor dem Hintergrund der „Machtübernahme“ Hollywoods im internationalen Filmgeschäft beleuchtet der Autor in einem eigenen Kapitel auch den Abstieg des deutschen Films in die Bedeutungslosigkeit und schließt mit einem „Aufruf für ein deutsches Kino“.

Der Autor:
Stefan Hug, M.A., Jahrgang 1968, Studium der Volkskunde und der Politikwissenschaft in Kiel und Tübingen. Publizistische Tätigkeit in: Frankfurter Rundschau, taz (Berlin), Stuttgarter Nachrichten, Südwest-Presse, Rhein-Neckar-Zeitung u.a.

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