Herbert Prohaska, Marcel Koller und Rainer Pariasek bei der Spielanalyse. Der ORF bestimmt, welcher Politiker im Bild ist.

Bild: Manfred Werner - Tsui/ Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
ORF-Sport macht politische Propaganda

Die österreichische Fußballnationalmannschaft hat am Dienstag in Schweden eine Sternstunde erlebt. Nach dem 4:1-Auswärtssieg über Ibrahimovic & Co gelang es dem ÖFB-Team unter Trainer Marcel Koller zum ersten Mal, über eine sportliche Qualifikation an einer Europameisterschaft teilzunehmen. Diese findet 2016 in Frankreich statt. Bei all dem Jubel über den Erfolg der Fußballer gab es doch auch einen Wertmutstropfen: Der ORF-Sport nützte das Rampenlicht der Kicker für politische Propaganda.

Fußballer ehemalige Flüchtlingskinder

Sauer aufgestoßen ist vielen, dass der Kommentator des Spiels in Schweden, Oliver Polzer, gleich zu Beginn des Matches darauf hinwies, dass es sich bei den Akteuren des Teams großteils um Flüchtlingskinder handle. Damit wollte der ORF-Mann wohl suggerieren, dass man weiterhin Zuwanderer aufnehmen solle, um auch in Zukunft erfolgreiche Fußballer zu haben. Nicht erwähnt hat er allerdings, dass alle diese Helden die österreichische Fußballschule durchmachten. Wer weiß, was passiert wäre, wären sie nicht in Österreich aufgewachsen und gefördert worden.

Manipulation im Wahlkampf

Aufgefallen ist auch, dass die Kamera des ORF sehr oft den Bundeskanzler eingefangen hat. Werner Faymann ist extra nach Schweden angereist, um vom Erfolg des Fußballteams zu profitieren. Da muss er auf der Tribüne auch nur lächeln und jubeln anstatt bei Armin Wolf in der ZIB 2, wohin er nicht gerne geht, unangenehme Fragen zu beantworten. Am Samstag, beim 1:0-Heimsieg über Moldawien im Ernst-Happel-Stadion, hatte der ORF Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) drei Mal im Bild. HC Strache, der ebenfalls dem Spiel beiwohnte, wurde nicht ein einziges Mal gezeigt. Auch so kann man Manipulation betreiben, wenn in Wien gerade Wahlkampf ist.

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