Noble Dachgeschoss-Wohnungen für Flüchtlinge im Seniorenheim | Unzensuriert.at

Noble Dachgeschoss-Wohnungen für Flüchtlinge im Seniorenheim

27 Flüchtlingsfamilien werden demnächst den Blick auf die Grinzinger Weinberge genießen können. Entsprechend noble Dachgeschosswohnungen sind im Döblinger Seniorenheim vorhanden.  Foto: Unzensuriert.at
27 Flüchtlingsfamilien werden demnächst den Blick auf die Grinzinger Weinberge genießen können. Entsprechend noble Dachgeschosswohnungen sind im Döblinger Seniorenheim vorhanden.
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17. September 2015 - 15:20

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Exklusiv berichtet Unzensuriert.at, wie fürstlich es Asylwerber in Wien haben. Das für Wiener Seniorenheime zuständige Kuratorium Wiener Pensionistenwohnhäuser (KWP) wirbt seit kurzem mit einer eigenen Seite für die Flüchtlingshilfe und stellt Wohnkapazitäten zur Verfügung. Bekannt ist, dass in das ehemalige Seniorenheim Liebhartstal I in Ottaking minderjährige Kinder untergebracht wurden. Es sind laut Informationen derzeit 200 Mädchen, Buben und Frauen.

Platz für 27 Flüchtlingsfamilien

Doch damit nicht genug ziehen insgesamt 27 Flüchtlingsfamilien in das erst vor kurzem neu gebaute Seniorenheim in Döbling. Zwei Familien haben schon Platz gefunden. Die KWP-Geschäftsführerin Gabriele Graumann schreibt in einem Statement:

Das KWP nimmt 27 Flüchtlingsfamilien im Haus Döbling auf. Im 4. Stock des Hauses sind Wohnungen frei. Diese nicht vom FSW geförderten Wohnungen konnten trotz intensiver Bemühungen bislang nicht vermittelt werden. 27 dieser Wohnungen (plus eine als Gemeinschaftsraum) werden hilfesuchenden Familien eine dringend benötigte Zuflucht bieten.

Die Besiedelung durch AsylwerberInnen wird stufenweise erfolgen. Die Wohndauer ist vorübergehend bis maximal vier Monate nach Beendigung des Asylverfahrens. Die ersten beiden Familien – u. A. eine alleinstehende Mutter mit 8-jährigem Kind im Rollstuhl – werden bereits am 14. September 2015 einziehen.

Somit ist jedenfalls mit einer langen Bezugsdauer zu rechnen. Bemerkenswert ist, warum das KWP die Wohnungen nicht vermitteln konnte. Dies liegt wohl daran, dass es sich offenbar um noble Wohnungen handelt, die zumindest sehr teuer sind. Ein Blick auf eine Internetseite, die eigens mit den Dachwohnungen wirbt, verrät einiges. Es heißt:

Eine besondere Form des Wohnens im Alter bietet das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser in seinem neuen Haus Döbling im 19. Bezirk an: Unter dem Dach des Hauses befinden sich 52 ungeförderte Wohnungen, die ein völlig selbstständiges Leben ermöglichen – und zwar mit der Sicherheit eines Unternehmens, das seit 50 Jahren in der Altenbetreuung federführend ist.

Die modernen, barrierefreien Wohnungen befinden sich in den beiden obersten Geschoßen. In drei Größen von 30 bis 61 Quadratmetern können sie sowohl allein als auch als Paar bewohnt werden. Vom Betrieb im Pensionisten-Wohnhaus sind sie weitgehend unabhängig: Ein eigener Lift fährt ins 4. und 5. Stockwerk und auf eigenen Gemeinschafts-Terrassen können die BewohnerInnen den Blick in die Grinzinger Weinberge genießen.

Und die Preise sind fürstlich. Laut Tarifliste muss ein Mieter im günstigsten Fall 1.200 Euro monatlich hinblättern -  für eine Wohnung, die zwischen 30 und 40 Quadratmeter groß ist. Wer besonders luxuriös wohnen will, darf 2.700 Euro monatlich blechen.

KWP ersucht Mitarbeiter um Spenden

Für die Flüchtlinge dürfte der Aufenthalt offenbar gratis sein. Wer weiß, ob nicht auch die anderen leer stehenden Wohnungen an Asylwerber vermittelt werden? Dem nicht genug appelliert die KWP-Führung an ihre Mitarbeiter mit Geld- und Sachspenden (Kleider, Schulsachen, Möbel etc.) zu helfen. „Asylwerber bekommen nur 5 Euro aus der Grundversorgung pro Tag“, wird bedauert, weshalb um Lebensmitteleinkäufe (gebeten wird um Haltbarnahrung) ersucht wird.

KWP sucht die "Fantastischen Vier"

Außerdem werden freiwillige Helfer gesucht, die bei der Ausladung der LKW helfen, wenn die Sachspenden eintreffen. Und überhaupt sucht das KWP unter den Mitarbeitern die „Fantastischen Vier“ – das gleich 27 Mal. Jede Flüchtlings-Familie soll von einem Team aus vier freiwilligen Helfern betreut werden, also braucht es 108 Freiwillige. Ob da noch Zeit für die vielen Senioren bleibt und überhaupt sich derart viele Mitarbeiter finden? Unzensuriert.at wird gegebenfalls darüber berichten.

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