Mainstream-Medien scheitern beim Versuch, Unzensuriert-Artikel zu hungerstreikenden Asylanten zu widerlegen

Die Polizei behauptet, es habe keinen Hungerstreik gegeben. Diese Nachricht eines Asylanten ist der Gegenbeweis. Foto: privat / zVg
Die Polizei behauptet, es habe keinen Hungerstreik gegeben. Diese Nachricht eines Asylanten ist der Gegenbeweis.
Foto: privat / zVg
20. September 2015 - 19:22

Der Unzensuriert-Artikel über rund 20 Asylanten, die unter anderem für die Zahlung von 2.000 Euro monatlich in Hungerstreik getreten sein sollen, hat hohe Wellen geschlagen. Weit mehr als eine halbe Million Menschen haben unseren Bericht bereits gelesen. Er wurde in mehrere Sprachen übersetzt und auf zahlreichen internationalen Nachrichtenportalen verlinkt.

Auch Krone berichtete über 2.000-Euro-Forderung

Die Geschichte aus dem Kärntner Ort St. Kanzian hätten auch andere Medien schreiben können, denn die Quellen, auf denen unsere Recherche basiert, sind öffentlich zugänglich. Die Kärnten-Ausgabe der Kronen Zeitung hatte auch bereits am Donnerstag darüber berichtet und über die Forderungen der Asylanten unter anderem geschrieben:

Konkret verlangen sie die Rückgabe der Pässe (Asylwerber verfügen per Gesetz über eine Fremdenkarte) sowie mehr Taschengeld pro Monat, und zwar 2000 Euro.

Den übrigen Medien passte die Begebenheit wohl nicht ins selbst vermittelte Bild der schutzbedürftigen Flüchtlinge, also ließen sie die Finger davon. Umso verbissener versuchen sie nun, die Fakten zu widerlegen – wenngleich ohne Erfolg. „Kein Asylwerber-Hungerstreik“ (ORF), „Kärntner Polizei dementiert Gerüchte um Hungerstreik“ (Kleine Zeitung) oder „Polizei dementiert Hungerstreik“ (Heute) heißt es heute in den Online-Ausgaben vieler Medien. Basis dafür ist eine Meldung der Austria Presseagentur mit folgendem Inhalt:

Laut Polizeisprecher Rainer Dionisio hatte es in der Unterkunft zwar Diskussionen um Geld gegeben, dies habe aber mit dem lange dauernden Asylverfahren in Zusammenhang gestanden: "Die Asylwerber forderten nicht einfach einen fiktiven Betrag von 2.000 Euro, sondern errechneten diesen Betrag aus den in Österreich geltenden Sätzen, der ihnen und ihren Familien nach positiven Abschluss des Verfahrens, beziehungsweise nach weiteren vier Monaten in der Grundversorgung zustehen würde." Nach Gesprächen mit dem Quartiergeber haben die Asylwerber laut Polizei aber von ihrem Vorhaben abgelassen, es habe keinen Hungerstreik gegeben. Auch eine polizeiliche Intervention habe nicht stattgefunden.

Die besonders umstrittene Kernforderung des Asylanten – nämlich 2.000 Euro pro Monat – wird also nicht bestritten, sondern lediglich der Umstand, dass die Asylanten sich im Hungerstreik befunden hätten. Dies belegen jedoch Fotos der Gruppe, die Unzensuriert.at vorliegen. Auf einem davon ist ein Asylant mit einem an seiner Jacke befestigten Zettel zu sehen, auf dem geschrieben steht: Ich bin im Hungerstreik bis erhalte ich Interview“. Es mag sein, dass die Nahrungsverweigerung nicht länger als vom Mittag- bis zum Abendessen gedauert hat. Wie Unzensuriert.at darüber hinaus recherchierte, wurde aber immerhin ein Arzt beigezogen, der in weiterer Folge die Polizei eingeschaltet haben soll.

Kärntner Freiheitliche: Politisch motivierte Fehlinformation des Polizeisprechers

Entsprechend verwundert zeigen sich heute auch die Kärntner Freiheitlichen, die den Vorfall mittels Presseaussendung publik gemacht hatten, über das „Dementi“ des Polizeisprechers. Sie sprechen von einer „bewussten politisch motivierten Falschinformation seitens des Polizeisprechers des Landespolizeikommandos Kärnten“. „Der FPÖ-Kärnten liegen sämtliche Unterlagen und Fakten im Hinblick auf den Flüchtlings-Hungerstreik in St. Kanzian vor“, so der Obmann der FPÖ-Kärnten, Christian Ragger. Man werde auch im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung diese in einem Beweisverfahren darstellen.

Fotos vom Hungerstreik der Asylanten in St. Kanzian:

Mehr zum Thema Asyl im Unzensuriert-TV „Asylchaos: Sturm auf Europa“:

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