Die heimische Exportwirtschaft leidet immer stärker an den Russland-Sanktionen.

Foto: Bild: Julius Blum GmbH/Wikimedia(CC BY-SA 4.0)
Russland-Sanktionen gefährden schon 40.000 heimische Arbeitsplätze

Jetzt muss es auch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) zugeben: Die von der österreichischen Bundesregierung freudig mitgetragenen Russland-Sanktionen gefährden 40.000 heimische Arbeitsplätze. Dazu führte ein Einbruch des Exportgeschäftes von gleich 37 Prozent. Diese Information teilte der schwarze Wirtschaftsminister jetzt in einer Anfragebeantwortung an den SPÖ-Wirtschaftskammer-Vizepräsidenten Christoph Matznetter mit.

Dabei sind sowohl die österreichische Exportwirtschaft als auch der Tourismus laut Mitterlehner massiv betroffen. Einschlägige Studien des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO zeichnen ein pessimistisches Bild:

Zur Einschätzung drohender Verluste an Wertschöpfung und Arbeitsplätzen wurde von meinem Ressort bereits im Vorjahr beim WIFO eine Studie über "Makroökonomische Effekte des Handelskonflikts zwischen der EU und Russland" in Auftrag gegeben. In der mit Stand Juni 2015 erfolgten Aktualisierung dieser Studie werden ausgehend von den Exportrückgängen nach Russland sowie den Rückgängen russischer Touristen im 4. Quartal 2014 und im 1. Quartal 2015 in Österreich 15.000 Arbeitsplätze kurzfristig als gefährdet angesehen. Für den Fall, dass die Russland-Sanktionen längerfristig aufrecht bleiben, geht das WIFO in dieser Studie von einer Gefährdung von rund 40.000 Arbeitsplätzen aus.

Mitterlehner-Strategie: Internationalität ohne Russland

Die gegenüber dem Parlament bekanntgegebene Strategie des ÖVP-Ressortchefs in Sachen Ausgleich für die Verluste aus den Russland-Geschäften mutet einigermaßen hilflos und theoretisch an. Man setzt auf Internationalität – aber nicht was Russland betrifft:

Mit Stand Juni 2015 gab es 307 Anträge für Spezial ExportSchecks für Fernmärkte von 128 Unternehmen. Davon haben bereits 105 Unternehmen eine Genehmigung erhalten. Im Ausland sind bisher 30 Showcases, Gruppenstände und Gruppenausstellungen geplant, 13 wurden bereits durchgeführt. Im Inland sind 21 Info- und Marktplatzveranstaltungen sowie Incoming Missions geplant, 14 wurden bereits durchgeführt.

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