Ein gequältes Lächeln von Landeshauptmann Pühringer gestern neben dem klaren Wahlsieger Manfred Haimbuchner (FPÖ).

Foto: Bild: Cityfoto / Andreas Maringer
Insider deutet Pühringer-Rücktritt nach Wahlschlappe an

Experten bescheinigen dem oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP), nur seine persönliche hohe Beliebtheit habe eine noch schlimmere Schlappe seiner Partei bei den gestrigen Landtagswahlen verhindert. Doch auch so hat die in Oberösterreich einst übermächtige ÖVP mehr als zehn Prozentpunkte verloren und rasselte auf 36,4 Prozent herunter, während die Freiheitlichen ihre Stimmen auf 30,4 Prozent verdoppeln konnten.

Wer wird Oberösterreich künftig regieren?

Pühringer, der in einer ersten Reaktion ohne einen Hauch von Selbstkritik alleine das Asylchaos für das Wahlergebnis verantwortlich machte, steht nun vor schwierigen Regierungsverhandlungen. Sein bisheriger Koalitionspartner, die Grünen, versucht, ihn zu einer Dreierkoalition mit der SPÖ gegen den klaren Wahlsieger zu bewegen – eine Variante, der von Anfang an ein Verliererimage anhaften würde. Ob Pühringer selbst jedoch bereit ist, einen Richtungswechsel durch eine Zusammenarbeit mit den freiheitlichen Gewinnern einzuleiten, gilt ebenfalls als fraglich.

OÖN-Chefredakteur schließt "raschen Abgang" nicht aus

Die Frage, ob er überhaupt Landeshauptmann bleiben wolle, hat Pühringer bisher nicht eindeutig beantwortet. Vieles deutet darauf hin, dass er seine Entscheidung erst nach den Bürgermeister-Stichwahlen bekannt geben wird, die am 11. Oktober zeitgleich mit der Wien-Wahl stattfinden. Ein Insider jedoch lehnte sich bereits heute deutlich in Richtung eines Polit-Abschieds des Langzeit-Landeshauptmanns hinaus. Gerald Mandlbauer, Chefredakteur der Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN), schrieb im Newsletter der Zeitung:

Nichts scheint mehr ausgeschlossen, auch ein rascher Abgang von Landeshauptmann Josef Pühringer nicht. Er könnte aufrecht gehen, hat in einem letzten Dienst an seiner Partei dieser Platz eins gerettet.

Mandlbauer gilt als intimer Kenner der oberösterreichischen ÖVP. Die Klarheit seiner Worte lässt vermuten, dass er diese nicht ohne entsprechendes Hintergrundwissen gewählt hat. 

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