Brandenburg renoviert Plattenbauten für Asylanten

In die entvölkerten Plattenbauten könnten bald Asylanten einziehen. Foto: Flickr: Andreas Levers / CC-BY-SA 2.0
In die entvölkerten Plattenbauten könnten bald Asylanten einziehen.
Foto: Flickr: Andreas Levers / CC-BY-SA 2.0
22. Oktober 2015 - 12:00

Deutschland plant im Bundesland Brandenburg 4.000 der ungefähr 40.000 leerstehenden Plattenbauwohnungen für Asylanten zu sanieren. 17,5 Millionen Euro sind für den Ausbau solcher Wohnungen, vor allem in Cottbus und Schwedt, eingeplant. Wie bereits rund 60.000 solcher Wohneinheiten in den vergangenen 15 Jahren sollten die ungeliebten Plattenbauten aus DDR-Zeiten ursprünglich kostspielig abgerissen werden, die Flüchtlingswelle führte die Landesregierung zu einer Planänderung.

Sterbende Bevölkerung

Der Leerstand der Bauten, die zu DDR-Zeiten noch als Vollkomfortwohnungen begehrt waren, begründet sich aus der Demografie. So konnte die Abwanderung der Bevölkerung in Richtung Westen sowie in Ballungszentren bis dato nicht gestoppt werden. Ebenso ist es den Regierungen nicht gelungen, den wirtschaftlich nachhinkenden Osten der Bundesrepublik für Unternehmen attraktiver zu gestalten, um Arbeitsplätze zu schaffen. 

Vor allem aber teilen die Deutschen das Schicksal anderer westlicher Industrienationen - das einer alternden oder gar sterbenden Gesellschaft. Eine Fertilitätsrate von 1,45 Kindern pro Frau, wie sie etwa in Brandenburg gegeben ist, reicht nicht aus, um einen Bevölkerungsstand zu erhalten.

Brandenburg setzt auf Zuwanderung

Brandenburg setzt in der drängenden Frage des demografischen Wandels auf Zuwanderung. So initiiert die Landesregierung Einbürgerungsfeste und hofft, das Bundesland durch Einwanderer am Leben erhalten zu können. Durch die Flüchtlingsinvasion aus dem Nahen Osten und Afrika finden sich nun viele potentielle Bewohner für den Osten, dessen Stammbevölkerung sich zunehmend über Bürgerinitiativen wie Pegida gegen Überfremdung zu wehren versucht.

Im Oktober werden 11.000 Asylwerber erwartet, im September waren es rund 7.000, die in Brandenburg ihr Glück suchten. Die Erstaufnahmestelle Eisenhüttenstadt wird mit 17 zusätzlichen Hallen ausgebaut, um den Strom an Asylwilligen bewältigen zu können.

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