Presserat: Identität ausländischer Straftäter soll verschwiegen werden

Pressrat: Identität des Terroristen Mohamed Mahmoud wäre tabu. Foto: Screenshot YouTube
Pressrat: Identität des Terroristen Mohamed Mahmoud wäre tabu.
Foto: Screenshot YouTube
20. Oktober 2015 - 15:00

Georg Orwells „1984“ ist offensichtlich das neue Handbuch des sogenannten Österreichischen Presserat. In einer APA-OTS-Aussendung rät man dazu, dass in der medialen Berichterstattung die Identität ausländischer Straftäter verschwiegen werden soll. Ein Quasi-Maulkorberlass ist angesagt. Damit macht sich nun auch dieses Gremium zum Schildknappen einer gesellschaftspolitischen Schweigespirale, die vor wachsender Ausländerkriminalität und Bedrohung extremistischer fremdländischer Netzwerke kapituliert. Um diesen Vorstoß zu rechtfertigen, nimmt man eine imaginäre Leserschaft in Geiselhaft und nennt deren Wunsch als Ursache des eigenen Handelns:

Immer wieder wenden sich Leser an den Presserat und kritisieren, dass in der Kriminalberichterstattung die ausländische Herkunft oder der Migrationshintergrund eines mutmaßlichen Täters angeführt wird.  Menschen gleicher Herkunft können sich dadurch gekränkt und diskriminiert fühlen. Der Senat 1 des Presserates mahnt daher zu mehr Zurückhaltung und Sensibilität. 

Nennung der Täter-Herkunft könnte negative Einstellung hervorrufen

Um potentielle Tätergruppen, die in herkunftsmäßigen Konstellationen bei manchen Delikten gehäuft auftreten, siehe Schlepperei oder etwa die organisierte Kriminalität rund um das Bettlerunwesen, macht sich der Presserat besondere Sorgen:

Dennoch kann auch die bloße Nennung der Herkunft von Straftätern bei manchen Lesern eine negative Einstellung und Ressentiments gegenüber der betroffenen Gruppe hervorrufen; Vorurteile können geweckt oder verstärkt werden. In Fällen, in denen die Herkunft des Täters für die Schilderung der Straftat und für das Verständnis der Leser nicht relevant ist, sollte nach Meinung des Senats darauf verzichtet werden, die Herkunft zu nennen.

Die Nennung der Identität des islamistischen Terroristen Mohamed Mahmoud wäre laut Presserat tabu. Dass man damit auch jegliche Prävention für die heimische Bevölkerung durch Nichtberichterstattung verhindert, ist den Gutmenschen im Elfenbeinturm des Pressrates offensichtlich egal. 

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