Flüchtlingslage in Spielfeld eskaliert - Chaotische Zustände an der Grenze

Spielfeld wird von Flüchtlingen überrannt.  Foto: Karl Lindinger
Spielfeld wird von Flüchtlingen überrannt.
Foto: Karl Lindinger
22. Oktober 2015 - 14:00

Das steirische Spielfeld – es liegt an der Grenze zu Slowenien – ist im Ausnahmezustand, weil tausende Flüchtlinge über den Spielfelder Grenzübergang nach Österreich drängen und dabei für heftige Tumulte sorgen. Bereits am Mittwoch war es in der Sammelstelle zu chaotischen Szenen gekommen. Geschätzte 3.000 Personen sollen laut Medienberichten Absperrungen durchbrochen haben und selbstständig zu Fuß auf den Weg Richtung Norden gezogen sein. Laut Polizei sei ein Großteil von ihnen zurückgekehrt, der Rest sei je nach Schritttempo bisher mehr oder weniger weit gekommen.

Lage ist außer Kontrolle

Entspannung ist auch heute Donnerstag nicht in Sicht. Medien berichten, dass die Sammelstelle in Spielfeld am Vormittag wieder voll war und die Absperrungen aufgrund des massiven Drängens der Flüchtlinge aus Sicherheitsgründen geöffnet werden mussten. Laut Polizeisprecher Fritz Grundnig befanden sich mehr als 2.000 Flüchtlinge in der Erstversorgungszone. Im Laufe des Tages sollen in Spielfeld zwei weitere Zelte aufgestellt werden, die zusätzlich für mehr als 1.000 Personen Platz bieten sollen.

Der Flüchtlingszustrom nach Slowenien wird immer stärker. Am Mittwoch kamen innerhalb von 24 Stunden mehr als 12.600 Menschen nach Slowenien Das ist ein Rekord, der sogar die Zahl der nach Ungarn gekommenen Flüchtlinge zum Höhepunkt der dortigen Krise im September übertrifft. In den vergangenen fünf Tagen waren insgesamt mehr als 34.000 Menschen in das kleine EU-Land gekommen.

Landeshauptmann: „Nicht mehr Herr der Lage!“

Für den steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer schrillen die Alarmglocken. „Wir sind nicht mehr Herr der Lage“, musste er eingestehen. "Das Sichern der Grenzen ist Kernaufgabe des Staates. Als Landeshauptmann der Steiermark kann ich nicht zusehen, wie Tausende Menschen unsere Bemühungen um Ordnung missachten und Absperrungen durchbrechen“, sagte er außerdem. So könne es nicht weitergehen: "Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten alles getan, um den auf der Flucht befindlichen Personen die bestmögliche Hilfe zu leisten. Wir sehen jetzt aber, dass die Angelegenheit ein Ausmaß angenommen hat, dem wir nicht mehr Herr sind." Er forderte von der Bundesregierung "einen sofortigen verstärkten Einsatz von Bundesheer und Polizei an der steirisch-slowenischen Grenze, um die Lage wieder in den Griff zu bekommen".

FPÖ: Chaos kann nicht mehr geleugnet werden

Die steirischen Freiheitlichen, die vor mehreren Wochen eine Petition gegen das Asylchaos ins Leben gerufen haben, sehen sich in ihrer Kritik bestätigt. Der am Samstag zum neuen Landesparteiobmann gewählte Mario Kunasek machte sich außerdem mit dem Bezirksparteiobmann der FPÖ-Leibnitz, Josef Riemer, in einem Lokalaugenschein ein Bild von der Lage in Spielfeld. „Wir wurden Zeugen, wie die Absperrungen wegen des großen Drucks geöffnet werden mussten und tausende vermeintliche Flüchtlinge ohne registriert zu werden ins Land strömten“, schilderten die beiden FPÖ-Politiker die chaotischen Zustände an der Grenze, von denen Kunasek auch ein Video auf Facebook veröffentlichte:

Chaos pur... unfassbar! Wo sind Faymann, Mikl und Schützenhöfer? Die sollen sehen wie es um unseren Rechtsstaat bestellt ist!

Posted by Mario Kunasek on Donnerstag, 22. Oktober 2015

Kunasek: Grenzen müssen dicht gemacht werden

Die Freiheitlichen danken den Einsatzkräften und den Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz unter katastrophalen Rahmenbedingungen. „Das vorherrschende Asylchaos kann nicht mehr geleugnet werden. Die Zeit, in der Toleranzromantiker in Form von gutmenschlichen Floskeln versuchten, die dramatischen Folgen für die heimische Bevölkerung schön zu reden, ist vorbei. Ich fordere die Verantwortlichen auf, rasch zu handeln und endlich die Grenzen dicht zu machen“, schließt Kunasek und bekräftigt die freiheitliche Forderung nach einer effektiven Grenzsicherung durch das Bundesheer.

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