Michael Pock wird bei einer frauenspezifischen Veranstaltung des Parlaments als „Frauensprecherin“ der NEOS fungieren.

Foto: Bild: C Parlamentsdirektion / Bildagentur Zolles KG / Christian Hofer
NEOS machen (B)Pock zum Gärtner: Gleichbehandlungssprecherin ist ein Mann

Ausgerechnet die NEOS? Jene Partei, die sonst jeden Mainstream-Pallawatsch mitmacht, wird bei der so wichtigen Frage, mit welcher Person man das Amt der Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin im Nationalrat besetzt, zum Geisterfahrer. Die Frauen vertritt nicht etwa – wie man annehmen könnte – eine Frau, sondern ein gestandener Mann aus Niederösterreich. Aufgefallen ist diese außergewöhnliche Besetzung nur, weil zu einer Veranstaltung am 2. Dezember im Parlament, bei der es um "Geschlechtsspezifisches Cyberstalking und -Mobbing" geht, unter den Frauensprecherinnen der Parlamentsfraktionen Michael Pock von den NEOS als einziger Mann aufscheint.

Gewalt gegen Mädchen und Frauen

Der Inhalt der Veranstaltung anlässlich der internationalen Kampagne "16 Tage ohne Gewalt" wird so beschrieben:

Internet und mobile Kommunikationsmittel sind heute nicht mehr wegzudenkende Bestandteile unserer Lebenswelten. Neben der Fülle an Möglichkeiten und Chancen sind damit zugleich auch Gefahren verbunden. Cyber-Mobbing, Cyber-Bullying sowie Cyber-Stalking sind nur einige jener Begriffe, die verschiedene Formen der Diffamierung, Belästigung und Nötigung beschreiben. Vielfach richten sich diese neuen Ausprägungen der Gewalt gegen Mädchen und Frauen. Im Rahmen der Veranstaltung sollen präventive Strategien aufgezeigt und neue Handlungsfelder des Gewaltschutzes diskutiert werden.

Fast eine reine Männerpartei

Man kann gespannt sein, welche Erfahrungen der Herr Pock zum Thema "Ausprägungen der Gewalt gegen Mädchen und Frauen" in die Diskussion einbringen wird. Wenn sich hinter Michael Pock nicht eine zweite Conchita Wurst verbirgt, wird er zu diesem spezifischen Frauenthema wohl wenig beitragen können. In diese peinliche Situation gerieten die NEOS wohl, weil sie fast eine reine Männerpartei sind. Nach dem Ausscheiden von Beate Meinl-Reisinger, die in den Wiener Landtag wechselte, gibt es mit Claudia Angela Gamon nweiterhin nur eine einzige Frau im Parlamentsklub der NEOS. Nach Gleichberechtigung sieht das gerade nicht aus, obwohl die Pinken stets vorgeben, dafür zu sein. Vielleicht kann Herr Pock am 2. Dezember erklären, warum bei den NEOS entgegen anders lautender Wahlpropaganda fast ein reiner Männerklub die Politik vorgibt.

Die NEOS wiederum müssen aufpassen, dass sie mit dieser Aktion, einen Mann zur Frauendiskussion zu schicken, ihren (B)Pock nicht zum Gärtner machen. Der könnte nämlich – ganz im Sinn der umgangssprachlichen Redewendung – mit seinem Auftritt in der Frauenrunde der Lächerlichkeit preis gegeben werden – und manchen Besucher an steinzeitliche Sitten erinnern, als allein die Männer das Leben der Frauen bestimmten.

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