Im Jänner 2015 zog eine Kundgebung im Gedenken an das Attentat gegen Charlie Hebdo am Bataclan-Theater vorbei. Zehn Monate später wurde das Haus Schauplatz eines noch verheerenderen islamistischen Anschlags.

Foto: Bild: Patrick Janicek - LE BATACLAN / Wikimedia (CC BY 2.0)
Terrorangriffe von bisher nie da gewesenem Ausmaß in Frankreich

Frankreich ist im Ausnahmezustand. Freitagnacht ereignete sich in Paris eine beispiellose Anschlagsserie, bei der mindestens 140 Menschen ums Leben kamen. Angaben zufolge soll es an sechs Orten Angriffe gegeben haben. Ein regelrechtes Abschlachten von Geiseln gab es in einem Konzertsaal, der 1.500 Zuschauer fasst und in dem auch eine österreichische Band auf dem Programm stand. Dort sind nach Angaben französischer Medien allein 100 Menschen ums Leben gekommen. Zeugen berichteten, dass Terroristen den Saal mit Allahu-Akbar-Rufen stürmten und wild in die Menge schossen.

Mehr dazu: Attentäter von Paris: "Ich bin vom IS!" – Terrorgruppe bekennt sich auch offiziell

Wer dachte, dass zehn Monate nach dem Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo in Paris nichts mehr Schlimmeres passieren könne, hatte sich gewaltig getäuscht. 

Bombendrohung im Hotel des deutschen Fußballteams

Was keiner ahnen konnte: Das Massaker wurde bereits im Laufe des Freitags mit einer „harmlosen“ Bombendrohung im Hotel der deutschen Fußballnationalmannschaft angekündigt. Das Team musste die Unterkunft für drei Stunden verlassen. Als keine Bombe gefunden wurde, durften die Spieler ihre Zimmer wieder beziehen. Die Elf von Joachim Löw war zu einem Freundschaftsspiel gegen Frankreich nach Paris gereist. Millionen Fernsehzuschauer waren live dabei, als es in der ersten Halbzeit zu einer Explosion kam. Spieler und Zuschauer merkten bald, dass es sich bei dem Knall, der auch im Fernsehen laut zu hören war, nicht um einen gewöhnlichen Böller, der ins Stade de France geschmuggelt wurde, handeln könne. Später wurde vom Kommentator des Fußballspiels bestätigt, dass es sich um eine Explosion außerhalb des Stadions handelte, bei der 18 Menschen getötet wurden.

Hollande und Steinmeier verließen Ehrentribüne

Als der französische Präsident Francois Hollande und der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier die Ehrentribüne des Fußballstadions eilig verließen, war vielen klar, dass etwas Schreckliches passiert sein musste. Dann die Horrormeldungen von einer Anschlagsserie, die in dieser Brutalität Frankreich noch nie davor erreicht hat. Nach Polizeiangaben gab es „mindestens drei, vielleicht vier“ Schießereien. Dazu kamen mehrere Explosionen. Als Tatorte wurden neben der Bataclan-Konzerthalle unter anderem das Einkaufszentrum Les Halles im Zentrum der Stadt sowie eine Bar und ein Restaurant genannt. Dazu kamen zumindest zwei Explosionen nahe dem Nationalstadion Stade de France.

„Sie schlachten uns einen nach dem anderen ab“

Die meisten Toten gab es in der Konzerthalle Bataclan. Neben der US-Band Eagles of Death Metal stand auch das österreichische Duo White Miles auf dem Programm des ausverkauften Konzerts. „Medina und ich sind ok, über die anderen wissen wir nichts“, schrieb Lofi Lodir alias Hansjörg Loferer von White Miles auf Facebook. Die in der Konzerthalle festgehaltenen Geiseln richteten zuvor über Soziale Netzwerke dramatische Appelle an die Polizei. Sie baten die Einsatzkräfte um die schnellstmögliche Erstürmung des Gebäudes, wie Medien unter Berufung auf Tweets berichteten. So berichtete ein User, der angab, Geisel zu sein: „Sie schlachten uns einen nach dem anderen ab.“ Die Geiselnahme wurde schließlich von einem Sondereinsatzkommando der Polizei gewaltsam beendet.

Sprengstollfgürtel gezündet

Drei Terroristen sollen beim Zugriff der Polizei Sprengstoffgürtel gezündet haben. Der Journalist Pierre Janaszak berichtete: „Ich habe genau gehört, wie sie den Geiseln gesagt haben: ‚Das ist die Schuld von Hollande. Das ist die Schuld eures Präsidenten.‘“ Er hätte nicht in Syrien eingreifen dürfen. Sie hätten auch vom Irak gesprochen, so Janaszak.

Ausnahmezustand und Schließung von Grenzen

Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande hat die Anschlagsserie in Paris als „Terrorangriffe von einem bisher nie da gewesenen Ausmaß“ bezeichnet. Er verhängte den Ausnahmezustand für ganz Frankreich und ließ die Grenzen schließen. In einer Fernsehansprache wandte er sich an das Volk und sagte:

Ich habe auch Verstärkung durch Einheiten der Armee angefordert. Sie sind derzeit im Großraum Paris, um sicherzustellen, dass es keinerlei neuen Angriff geben kann. Und ich habe den Ministerrat einberufen, er wird in wenigen Minuten abgehalten. Zwei Entscheidungen werden getroffen werden: Der Ausnahmezustand wird erklärt. Das bedeutet, dass bestimmte Orte geschlossen werden, der Verkehr unterbunden werden kann und dass auch überall in der Region Ile-de-France Hausdurchsuchungen veranlasst werden können. Der Ausnahmezustand wird im gesamten Staatsgebiet verhängt. Die zweite Entscheidung, die ich getroffen habe, ist die Schließung der Grenzen. Wir müssen sicherstellen, dass niemand ins Land kommen kann, um irgendwelche Taten zu verüben. Und gleichzeitig sicherstellen, dass diejenigen, die leider diese Verbrechen begehen konnten, auch dingfest gemacht werden können, wenn sie das Staatsgebiet verlassen wollen.

Über die Gefahr des islamischen Terrorismus für Europa hat Unzensuriert-TV  in der Ausgabe „Heiliger Krieg gegen Europa“ berichtet:

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