Roter Schmäh: „Kindergarten bleibt beitragsfrei“

Jeder Wiener, der keine Kinder hat, glaubt wahrscheinlich tatsächlich jene Meldung, die die Kronen Zeitung am 18. November in ihrer Printausgabe auf Seite 26 zum Besten gab. „Der Kindergarten bleibt beitragsfrei“, wird Sandra Frauenberger – sie bekommt als Wiener SPÖ-Stadträtin die Agenden Bildung zur Integration dazu – in einem Interview zitiert. Bereits in der Vergangenheit hat die SPÖ von ihrem Gratis-Kindergarten geschwärmt, der bekanntlich keineswegs gratis ist. Frauenberger müsste eigentlich wissen, was für Kosten anfallen. Defacto müssen Eltern monatlich rund 140 Euro für ihr Kind zahlen. Im Laufe des Jahres werden auch weitere Kosten fällig. Im „Kleingedruckten“ heißt es auf der Seite der Stadt Wien zum beitragsfreien Kindergarten wie folgt:

Essensbeitrag und Zusatzleistungen

Aufwand für Mahlzeiten und besondere Zusatzleistungen der Einrichtung, zum Beispiel verlängerte Öffnungszeiten oder spezielle pädagogische Angebote, sind nicht im "beitragsfreien Kindergarten" enthalten.

Viel billiger ist der beitragsfreie Kindergarten ohnehin nicht, wenn man vergleicht, wieviel Eltern für einen Wiener Kindergarten zahlen müssen, wenn der Wohnsitz nicht in Wien ist. Ein Blick auf eine weitere offizielle Seite der Stadt Wien verrät die Fakten. Die Halbtagsbetreuung kostet 147,41 Euro. Die Teilzeitbetreuung: 180,46 Euro, plus Essensbeitrag von 63,27 Euro. Die Ganztagsbetreuung verschlingt 249,06 Euro, plus Essensbeitrag von 63,27 Euro. Also, von „gratis“ oder „beitragsfrei“ kann sicherlich wohl kaum eine Rede sein…

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