Nach dem Freitagsgebet sollen massenweise Männer enthauptet werden.

Foto: Bild: Suwaif / wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Massenenthauptung in Saudi-Arabien: Zu fortschrittliches Denken

Im muslimisch geprägten Saudi-Arabien ist es seit jeher erlaubt und auch Brauch, nach dem Freitagsgebet straffällig gewordene Personen öffentlich hinzurichten. Auch in der Vergangenheit sind schon öfters mehrere Menschen gleichzeitig gehängt worden. Wie verschiedene englischsprachige Medien – etwa der Independent – berichten, sollen jetzt jedoch nach dem Freitagsgebet mehr als 50 Männer auf einmal getötet werden, manche Medien sprechen von 52 Menschen. Doch nicht nur die Massenhinrichtungen sorgen für Aufsehen, auch der Grund dafür ist ein Novum: Zum ersten Mal befinden sich unter den Verurteilten auch Menschen, denen terroristische Aktivitäten zur Last gelegt werden, wie Focus Online berichtet.

Dabei handelt es sich jedoch keineswegs um Terroristen im Sinne, in dem man den Begriff in der westlichen Welt verstehen würde, sondern viel mehr um missliebige Gesinnungsterroristen im arabischen Raum. So gehören einige der zum Tode verurteilten Personen der „Shia“-Gruppierung an. Einer Vereinigung, die sich seit langer Zeit gegen Diskriminierung und Misshandlung seitens der Regierung stark machen, an, wie der Focus berichtet.

Machtstreit als Hintergrund

Fast klingt die brutale Hinrichtung nach dem Freitagsgebet ein bisschen wie eine liebgewonnene Tradition in dem kontroversen Land Saudi-Arabien. Einerseits ist dieses Land von Fortschritt, technischen und baulichen Größen geprägt, und andererseits werden Menschen mit zu fortschrittlichem Denken enthauptet.

So ergeht es auch einer nicht kleinen Anzahl an Männern, denen die Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt wird. Die Massenenthauptung ist aber laut Experten, die sich gegenüber The Independent äußerten, vor allem auf einen internen Streit zwischen dem Kronprinzen und gleichzeitig Innenminister und dem stellvertretenden Kronprinzen und gleichzeitig Außenminister zurückzuführen. Um seine Macht gegenüber dem immer angeseheneren Stellvertreter zu demonstrieren, werden im ganzen Land zur gleichen Zeit 52 Menschen auf Geheiß von Kronprinz Mohammad bin Nayef hingerichtet.

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