Drei Zeitungen, ein Titel. Damals (links) wie heute (Mitte und rechts) können Frankreichs Gazetten einen Wahlerfolg des Front National nicht verkraften.

Bild: Liberation/L Humanité/Le Figaro - Montage: www.fpoe.eu
Sieg für Le Pen: Der Schock, der keiner ist

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie gleichgeschaltet mittlerweile Medien funktionieren, dann lieferten sie ihn am Tag nach dem fulminanten Wahlsieg von Marine Le Pen und ihrem Front National:  Der konservative Le Figaro und das ehemalige Zentralorgan der Kommunisten L´Humanité brachten eine einheitliche Schlagzeile wie aus Orwells Informationsministerium: „Le choc“ stand da in großen Lettern quer über die Titelseiten.

Gastkommentar von Harald Vilimsky

Wer den Wahlerfolg Le Pens als „Schock“ bezeichnet, also als etwas, das plötzlich und unerwartet eintritt, der dokumentiert damit klar, dass er die vergangenen Jahre ganz offenbar verschlafen hat. Und auch sonst in einer Parallelwelt existiert, der jeder Kontakt zu den Menschen da draußen völlig abhandengekommen ist.

Ein Blick ins Archiv zeigt: Die linksliberale Libération hatte exakt denselben Titel. Allerdings vor knapp 30 Jahren, nämlich 1984. Der Front National kam damals bei den EU-Wahlen auf knapp elf Prozent. Im Vorjahr schenkten der nun von Marine Le Pen geführten Bewegung  bei den Europawahlen schon 25,4 Prozent der Franzosen das Vertrauen, was ihr Platz eins sicherte.

Medien begreifen die Wut der Bürger nicht

Wenn Medien und Politikexperten nun von „Schock“ faseln, dann zeigt das nur, dass sie ein grundsätzliches Problem damit haben zu begreifen, auf wieviel Skepsis, Ablehnung, ja auch Wut die etablierte Politik in der Bevölkerung mittlerweile stößt: Die Europäische Union als Elitenprojekt von und für wenige, autokratisch angeführt von Deutschlands Ersatzkaiserin Angela Merkel. Eine in Frankreich wie anderswo schon bisher gescheiterte Einwanderungs- und Integrationspolitik, die heuer unter teilweiser Aussetzung des Rechtsstaates noch einmal völlig verantwortungslos zur Flut beschleunigt wurde. Eine im Zuge der Finanzkrise offenbar gewordene Wirtschaftspolitik, die die Interessen der breiten Massen auf dem Altar der Bankster opfert.  Insgesamt eine Politik, von der sich immer mehr Menschen nicht mehr vertreten, dafür aber schlicht und einfach verhöhnt fühlen.

Es geht nicht mehr um links oder rechts

Keineswegs nur für Frankreich gilt: links oder rechts ist nicht mehr die entscheidende Frage. Es geht um unten gegen oben. Marine Le Pen steht dabei auf der richtigen Seite, was immer mehr Menschen honorieren und was eine gute Ausgangsbasis für die französischen Präsidentschaftswahlen 2017 ist. Wir, die mit ihr im Europaparlament in der Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“ vereint sind, wünschen ihr alles Gute zum aktuellen Erfolg und auf dem Weg zur französischen Präsidentschaft.

Harald Vilimsky ist Delegationsleiter der FPÖ im Europäischen Parlament und Generalsekretär der FPÖ. Dieser Artikel ist auf der Webseite www.fpoe.eu erschienen.

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