Marktfahrer vor dem Aus: Medien verschweigen Aufstand der Anständigen

Was Herrn und Frau Österreicher wirklich bewegt, wird in der österreichischen Medienlandschaft tunlichst ausgespart, um die fütternde Hand nicht zu verärgern. Indes steigt aber der Ärger in der Bevölkerung, in diesem Fall bei Kleinunternehmern – vor allem bei Marktfahrern – aus dem ganzen Land. Ende November traf sich diese Berufsgruppe in Wien zu einer Demonstration, um für die Beibehaltung der „Kalten-Hände-Regelung“ zu kämpfen. Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 150.000 Euro sind grundsätzlich dazu verpflichtet, alle Bareingänge und Barausgänge einzeln aufzuzeichnen, und zwar so, dass deren Entstehung und Abwicklung nachvollziehbar ist. Die "Kalte-Hände-Regelung" befreit gewisse Unternehmen von dieser Verpflichtung. Von der Demonstration war in den Medien kaum etwas zu lesen.

Medien verschweigen Aufstand der Anständigen

Obwohl sich rund 250 Menschen bei frostigen Temperaturen in der Wiener Innenstadt versammelten und nicht zu übersehen waren, wurde ihnen weder von den Medien noch von den zuständigen Politikern und Ministerien Gehör geschenkt. Letzteres wäre den Teilnehmern der Versammlung jedoch am Wichtigsten gewesen. Als die Gruppe am 26. November vor dem Wirtschaftsministerium Halt machte, zeigte sich aber kein einziger Ansprechpartner aus der Politik – ebenso wenig vor dem Parlament.

All diese Demonstranten und noch viele weitere tausend Geschäftstreibende betrifft nämlich eine haarsträubende Regelung, welche mit dem 1.1.2016 in Kraft treten soll: die Registrierkassenpflicht. Im Zuge der Steuerreform wurde nämlich beschlossen, dass nun auch Marktfahrer und Kleinunternehmer jedes noch so kleine Verkaufsstück mit einem Kassenbon belegen müssen. Die Anschaffung dieser Registrierkasse fordert allerdings Ausgaben von mehreren tausenden Euro und ist nicht nur für das gesamte Unternehmen, sondern für jeden einzelnen Standort erforderlich.

Staat schafft neue Arbeitslose

Mit diesen Auflagen konfrontiert, sehen sich viele Kleinunternehmer und insbesondere Marktfahrer wie etwa Maronibrater, Blumenhändler oder Obstverkäufer vor dem Aus. Durch die enormen Ausgaben und den massiven Zeitaufwand zur Einhaltung der neuen Vorschriften ist ihre Existenz als Unternehmer gefährdet und nicht wenige legen ihren Beruf, den sie oftmals zur Berufung gemacht haben, mit Ende dieses Jahres für immer nieder. Auch viele von ihnen werden also künftig die ohnehin schon beängstigende Arbeitslosenstatistik in die Höhe treiben und müssen vom Staat erhalten werden, der ihnen zuvor den Broterwerb aus eigener Kraft mit sinnlosen Regelungen verleidet hat.

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