Von Russland abgeschoben: Afrikaner wollten in München übers Rollfeld fliehen

Auf dem Flughafen München kam es zu einer gefährlichen Verfolgungsjagd, weil zwei Afrikaner bei der Abschiebung reißaus nahmen. Foto: Politikaner / Wikimedia CC BY-SA 3.0
Auf dem Flughafen München kam es zu einer gefährlichen Verfolgungsjagd, weil zwei Afrikaner bei der Abschiebung reißaus nahmen.
Foto: Politikaner / Wikimedia CC BY-SA 3.0
22. Dezember 2015 - 7:00

Zwei Afrikaner wollten, nachdem sie von Russland in ihre Heimat zurückgeschickt wurden, bei der Zwischenlandung auf dem Flughafen München reißaus nehmen. Als sich die Türen des Flugzeuges öffneten, liefen sie auf das Rollfeld. Es begann eine gefährliche Verfolgungsjagd. Schlussendlich konnten die beiden Männer (23 und 31 Jahre alt) festgenommen werden. Sie riefen "Asyl", weshalb sie nun in Deutschland auf ein Verfahren warten.

Russen verstanden nicht, was die Männer wollten

Wie die Münchner Abendzeitung berichtet, sind der 23-Jährige aus Guinea und der 31-jährige Ivorer bereits am 15. Dezember von Casablanca nach Moskau geflohen. Dort wollten sie Asyl beantragen. Die russischen Behörden haben sie am Freitag aber wieder zurück über München nach Casablanca geschickt. Dem Vernehmen nach hätten die Russen nicht verstanden, was sie wollten. Ein Dolmetscher habe da offenbar auch nicht helfen können.

Zurück in ihre Heimat wollten die beiden Westafrikaner aber nicht, weshalb sie in München zu türmen versuchten. Die Beamten konnten sie unter Widerstand festnehmen und mit Handschellen fesseln. Von der Wache ging es für die Männer aber gleich weiter zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, deren Beamte nun den zukünftigen Reiseweg der Westafrikaner treffen. Denn das Wort "Asyl" haben sie bei der Festnahme schnell aussprechen können.

Asyl, "weil ich Deutschland liebe"

Der Guineer hatte, wie die Abendzeitung weiter berichtet, von Verfolgung aufgrund Aberglaubens und Angst vor Ebola erzählt. Seine erste Antwort auf die Frage in Bezug auf sein Reiseziel Deutschland aber war: "Weil ich Deutschland liebe." Der Ivorer hatte ein Bild des Grauens, von Folter und Mord wegen eines Politikwechsels in seiner Heimat gezeichnet.

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