Warnungen nicht ernst genommen: Flüchtlinge mit “IS-Pässen” untergetaucht

In Istanbul ist ein Schmuggel von 150 europäischen Reisepässen aufgeflogen. Foto: Metropolico.org / flickr  (CC BY-SA 2.0)
In Istanbul ist ein Schmuggel von 150 europäischen Reisepässen aufgeflogen.
Foto: Metropolico.org / flickr (CC BY-SA 2.0)
22. Dezember 2015 - 9:40

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Dutzenden Warnungen zum Trotz bringt die unkontrollierte Zuwanderung nun offenbar auch vermehrte Terrorgefahr nach Europa. In Deutschland sind – einem Bericht der Bild zufolge, der sich auf Angaben von Regierungskreisen stützt – Flüchtlinge mit originalen syrischen Pässen untergetaucht. Die Dokumente glichen jenen von zwei Paris-Attentätern. Die mit den Identitätsnachweisen eingereisten Menschen seien derzeit nicht aufzufinden. Bei der Einreise seien zudem keine Fingerabdrücke genommen worden.

Frontex-Chef sieht Sicherheitsrisiko

Erst Montag hatte die deutsche Polizeigewerkschaft davor gewarnt, dass die unkontrollierte Einreise von Flüchtlingen eine Gefahr für die nationale Sicherheit Deutschlands darstellt. Und der Chef der Europäischen Grenzsicherungsbehörde Frontex, Fabrice Leggeri, sagte der Zeitung Die Welt: „Die großen Ströme von Menschen, die derzeit unkontrolliert nach Europa einreisen, stellen natürlich auch ein Sicherheitsrisiko dar.“ Die Frontex-Beamten kontrollieren demnach zwar genau, ob Flüchtlinge möglicherweise mit gefälschten oder gestohlenen Papieren einreisen. „Dennoch ist die Aussagekraft von Flüchtlingspässen aus unserer Sicht sehr begrenzt“, sagte Leggeri. In einem Bürgerkriegsland wie Syrien könne niemand garantieren, „dass die Dokumente, die echt aussehen, auch wirklich von einer offiziellen Behörde ausgestellt wurden oder wirklich von dem rechtmäßigen Inhaber mitgeführt werden.“

Dokumente in Pizzaöfen versteckt

Mindestens zwei der Attentäter der islamistischen Anschlägen von Paris am 13. November 2015 sollen Anfang Oktober mit syrischen Pässen über Griechenland in die Europäische Union eingereist sein. Sie sollen dabei Ausweise verwendet haben, die ISIS im syrischen Raka gestohlen hatte. In Österreich hatte die Polizei jüngst zwei weitere Verdächtige in einem Flüchtlingsheim in Salzburg festgenommen. Die beiden Männer sollen mit Pässen aus derselben Tranche aus Raka nach Europa gekommen sein.

Die ISIS-Dschihadisten sind aber nicht nur an arabischen Pässen interessiert. Am Flughafen Istanbul wurden vergangene Woche laut türkischen Medienberichten zwei Männer verhaftet, die rund 150 europäische Reisepässe in die Türkei schmuggeln wollten. Die Dokumente waren in kleinen Pizzaöfen versteckt, zusammen mit Kameras und SIM-Karten.

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