Erdogan inszeniert Lebensrettung und bedroht Journalisten, die sarkastisch darüber berichten

Recep Tayyip Erdogan wollte sich als Lebensretter zeigen. Doch die Inszenierung ging in die Hose. Nun erntet er Spott.  Foto: Gobierno de Chile / Wikimedia CC BY 3.0 cl
Recep Tayyip Erdogan wollte sich als Lebensretter zeigen. Doch die Inszenierung ging in die Hose. Nun erntet er Spott.
Foto: Gobierno de Chile / Wikimedia CC BY 3.0 cl
26. Dezember 2015 - 21:47

Der extrem umstrittene türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan soll einem lebensmüden Mann gerettet haben, als dieser von einer Brücke springen wollte. Die Story erwies sich aber als inszeniert. Journalisten, die über die ausgedachte Weihnachtsgeschichte sarkastisch berichten, droht Erdogan nun mit einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren.

Erdogan telefonierte mit Mann ohne Handy

Die „Heldengeschichte“ am Stefanitag soll sich folgendermaßen abgespielt haben: Als ein lebensmüder Mann von der Brücke stürzen möchte, kommt ganz zufällig Erdogans Konvoi vorbei. Erdogan zückt das Handy und überzeugt den vermeintlichen Selbstmörder binnen fünf Minuten,  es nicht zu tun. Daraufhin wird der Mann, den Erdogan angeblich gerettet hat, von den Bodyguards zum Auto des Präsidenten gebracht. Das Handy hat Erdogan noch immer am Ohr – nur der Mann, den er angerufen und vom Selbstmord abgebracht haben soll, hat gar kein Handy. Die Inszenierung, die Erdogan als Lebensretter darstellen sollte, flog damit auf.

Der ORF berichtete in der ZIB 20 über diese skurrile Geschichte aus der Türkei. Zeitungen und Fernsehsender, die sarkastisch darüber berichten, werden laut ORF-Moderator Roman Rafreider gerade mit Gefängnis bedroht.  

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