Italien hegt seinen Prosecco – Österreich besteuert Sekt zu Tode.

Foto: Bild: Jeff Kubina / Wikimedia (CC-BY-SA-2.0)
Italien setzt 500 Millionen Flaschen Prosecco ab – Heimischer Sekt schwächelt wegen Steuer

Gute Wirtschaftsnachrichten für unser südliches Nachbarland Italien zum Jahreswechsel: Während Italiens Industrie- und Bankenbranche anhaltend schwächelt, kann sich die Getränkeindustrie über einen Erfolgsschlager freuen: den italienischen Prosecco. Österreichs Sektproduzenten leiden indes weiter unter der Wiedereinführung des Schaumweinsteuer.

500 Millionen Flaschen

Etwas mehr als 500 Millionen Flaschen wurden heuer in den Anbaugebieten Venetien und Friaul abgefüllt. Damit konnte man die Produktion seit dem vergangenen Jahr noch einmal deutlich um 130 Millionen Flaschen steigern. Gleichzeitig stieg der Export dieses italienischen Nationalgetränks um 29 Prozent gegenüber 2014. Damit wuchs die Schaumwein-Ausfuhr in Italien dreimal so stark wie in anderen Ländern.

Die Erfolgsgeschichte des Prosecco ist noch jung. Erst im Jahr 2009 regelte die italienische Regierung diese Art der Schaumweinproduktion gesetzlich und schützte sie mit zwei europäischen Gütesiegeln. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass ausschließlich sogenannte Glera-Trauben aus dem italienischen Voralpenland nördlich von Venedig in der Prosecco-Produktion verwendet werden dürfen. Aktuell beträgt die Anbaufläche 28.000 Hektar und soll in den nächsten Jahren noch weiter wachsen.

Österreich würgt Sektabsatz mit Schaumweinsteuer ab

Während Italien sein Vorzeigeprodukt Prosecco hegt und pflegt, geht Österreichs Wirtschafts- und Steuerpolitik den umgekehrten Weg: Seit 2014 wird die österreichische Sektproduktion durch die sogenannte Schaumweinsteuer regelrecht abgewürgt. Obwohl das Aufkommen dieser Bagatellsteuer für Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) gering ist, hält die rot-schwarze Regierung an dieser Besteuerung des österreichischen Schaumweins fest.

Gleichzeitig hat man den italienischen Prosecco jedoch von dieser Schaumweinsteuer ausgenommen. Dies geht ausschließlich zu Lasten der heimischen Weinbauern und der Getränkeindustrie, die seit eineinhalb Jahren mit massiven Einbußen im Absatz zu kämpfen hat. Österreichs Top-Sektproduzent Schlumberger ging Mitte 2015 von einem Absatzrückgang von 43 Prozent aus. 

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